cMOOC #ExIF13 „Entdecke die Insel der Forschung“ Teil 3

Was bisher geschah: Der erste und zweite Teil des cMOOCs „Expedition zur Insel der Forschung“ von der FernUniversität in Hagen zu den Themen „Was ist wissenschaftliches Arbeiten?“ und „Wie funktioniert eine Literaturrecherche?“ ist wohl noch den meisten Teilnehmern in Erinnerung.

Den dritten Teil „Wozu brauche ich eine Forschungsfrage?“ konnte ich leider nur per Twitter verfolgen. Sämtliche Links funktionierten bei mir nicht und zwischenzeitlich verabschiedete sich gleich das gesamte PC-Programm. Aber, die Aufzeichnung der Sendung war so schnell wie schon beim letzten Mal online zugänglich.

Nun ja, seit Monaten suche ich also nach der Frage im Heuhaufen und Karin Krey von der FernUni in Hagen erklärt in ihrem Vortrag, warum eine Forschungsfrage überhaupt so wichtig ist: Diese soll eigentlich vom „Berg der Konfusion“ führen. Es müssen dafür allerdings vier Hürden überwunden werden, damit aus der Frage eine richtig gute Forschungsfrage wird. Ich schaue ‚mal auf meine bisherigen Fragen für das Modul 2A und stelle beruhigt fest, dass sie die erwähnten W-Fragewörter enthalten. Sie schaffen damit den gewünschten „Antwortspielraum“ und „Spiel“ ist ja schon mal ein gutes Stichwort! Ob sie allerdings auch beantwortbar sind oder andere Wissenschaftler interessieren, weiß ich nicht. Wie finde ich das vor der Untersuchung heraus? Tja, und wenn es mir auch gelingen sollte, einzelne Merkmale einer guten Forschungsfrage darin zu erkennen, bleibt immer noch das Problem, dass die vier genannten Punkte gleichzeitig auftreten sollen. Hmm, jetzt wird’s eng. Da muss ich gleich noch ‚mal gucken…

Markus Deimann und Sebastian Vogt hatten am Schluss der Sendung wie üblich einen Wunsch an die Teilnehmer. Es sollen prägende Forschungsfragen aus dem eigenen Fachgebiet gefunden werden. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Auftrag richtig verstanden habe. Aber, eine von mehreren spannenden Forschungsfragen fand ich in der Arbeit „Determinanten der Wirksamkeit akademischer Lehrveranstaltungen“ von Adi Winteler (1973). Darin fragt der Autor: „Sind die Formen des gegenwärtig existierenden Hochschulunterrichts geeignet, die Entwicklung wissenschaftlichen Verhaltens zu fördern?“ (S. 26). Winteler gelangte in seiner Untersuchung u. a. zu dem Ergebnis, dass Vorlesungen „am wenigsten“ dafür geeignet sind, „Intrinsische Motivation sich entwickeln zu lassen, sie zu fördern und zu erhöhen“ (S. 180). Seit 40 Jahren ist dieser Fakt also bekannt und trotzdem gibt es sie noch, die klassischen Vorlesungen. Kann nur ich darüber staunen?

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9 Gedanken zu „cMOOC #ExIF13 „Entdecke die Insel der Forschung“ Teil 3

  1. Ich staune auch seit langem über diese Frage – wahrscheinlich fasziniert mich deshalb das Thema Digital Game-Based Learning so sehr 😉 – allerdings derzeit eher hinsichtlich schulischer Bildung. Denn auch dort scheint manchen SchülerInnen die Sinnhaftigkeit dessen, was da unterrichtet wird, verschlossen zu bleiben – und das trotz Methodenvielfalt (vgl. auch Lisa Rosas Meinung dazu auf http://pb21.de/2013/06/lisa-rosa-was-man-von-computerspielern-lernen-kann/). Und damit wird auch nicht unbedingt ihre Motivation und ihr Lerninteresse gefördert.

    Deshalb fasziniert mich auch die Forschungsfrage von James Paul Gee so sehr „What [do] Video Games have to Teach Us about Learning and Literacy[?]“.

  2. So ein MOOC ist schon eine schöne Alternative zu 90 Minuten Vorlesung, still sitzen, mitschreiben… Manchmal sieht es so aus, als wäre der Unterricht in der Schule bzgl. Motivation und Lernendenzentriertheit schon ein kleines Stück weiter, oder?

  3. Lohnende Gedanken und Fragen, Frau Lucius. Darf ich Sie bitten, die genannte Literatur in unsere Zotero-Gruppe einzufügen? Dank & Grüße, Sebastian Vogt

  4. Das stimmt, die Methodenvielfalt ist größer, und man versucht problemorientiert zu arbeiten – zumindest meinen Erfahrungen nach. Allerdings müssen die Schüler wesentlich mehr Inhalte und Fächer „ertragen“, die sie nicht freiwillig verfolgen, und sie haben eine relativ streng getaktete 30-40-Stundenwoche. Wenn dann alle 45 oder 90 Minuten der Fokus auf ein völlig anderes Thema gelenkt wird, dann erleichtert das die Sache leider auch nicht…

  5. Das ist doch ein schönes Ziel: Lehren und Lernen erleichtern! Aus meiner Sicht funktioniert das zB durch die Konzentration der Lehrenden auf die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse der Lernenden. Ganz einfach, oder?

  6. Tja, eigentlich schon. Aber da sind ja noch die „Bedürfnisse“ bzw. sprich Vorgaben des Kultusministeriums, z.B. der Bildungsplan oder die Rahmenbedingungen an staatlichen Schulen (Deputatsplanung, Stundenplan, Curricula, Notengebung, usw.)… DGBL würde da viel durcheinander bringen; andererseits, so ein kleiner frischer Wind ist ja ab und zu auch mal ganz angenehm und erfrischend 😉

  7. Das ist doch spannend! Innerhalb der Vorgaben, die vllt. aus der Theorie entstanden sind, einen praktischen Spielraum zu schaffen. Damit sind wir wieder beim Thema „Spiel“. Herrlich! 😉

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