Blond und blauäugig zum MOOC

18.11.12: Als ich von @mons7 auf die üblich motivierende Art und Weise angesprochen wurde, einen Beitrag über MOOC zu schreiben, schrie meine innere Stimme zunächst einmal ganz laut „NEIN!“. Warum ich dann völlig anders geantwortet habe, ist dieser Erfahrung zu danken. Außerdem erledige ich sehr gern Auftragsarbeiten! 😉

MOOC bedeutete bisher für mich etwas Geheimnisvolles, das nur für Insider interessant zu sein schien. Die Erstinformation mittels Google und Wikipedia bestätigte  meinen Verdacht. Die englische Bezeichnung und das „Massive“ störten mich „massiv“. Also, wech damit.

Dieser Link mit drei kurzen Videos über MOOCs brachte meine Meinung allerdings ins Schwanken. Zwar gibt es dort immer noch eine Menge an Ausdrücken in englischer Sprache, aber das störte mich in dem Moment gar nicht mehr so sehr wie am Anfang. Nur, eine Vorstellung davon, was denn nun die ganze Sache zu bedeuten habe, konnte ich mir leider noch nicht machen.

Dann erschien der Beitrag „Wie man einen MOOC plant auf der Lernspielwiese – und plötzlich schien alles klar. „Mitmachen“ und „Zusammenarbeit“ waren die Stichworte, die mich aufhorchen ließen. Bleibt nur noch die Frage, was ich damit zu tun habe?

22.11.12: Wie es so mit der persönlichen Wahrnehmung ist: Plötzlich lese ich überall nur noch von und über MOOCs. Im Video des Beitrages „Flipped Classroom meets MOOCs“ z. B. sprechen Claudia Bremer und Christian Spannagel über die „Hochschullehre im Netz“.  Der Artikel von Andreas König im Lernblog befasst sich ebenfalls mit MOOCs – als Element der Hochschuldidaktik. Im HSW Learning-Blog schreibt Volkmar Langer sogar von einer MOOCmania und verweist wiederum in Be COOL auf Joachim Wedekind, nach dessen Vorstellung es schon bei der Bezeichnung solcher Kursen deutlich werden soll, worum es geht: Cooperative open online learning. Ja, das hat was, damit kann ich so langsam etwas anfangen. Mein Problem: Das sind alles Fachleute! Ich gehöre überhaupt nicht zur Zielgruppe der Experten. Außerdem: Wie und wo soll ich jemals mit einem MOOC arbeiten?

23.11.12: Oje, Fragen über Fragen! Dabei fing es eben erst an, interessant zu werden. Anmelden oder nicht? Nein, nicht anmelden, denn damit ginge nach meinem Verständnis der offene Charakter der Veranstaltung verloren. Vielleicht gibt es eine technische Möglichkeit, die Teilnehmerzahl während des MOOCs festzustellen? Duzen oder Siezen? Wenn ich in einem Kurs erst darüber nachdenken muss, wen ich duzen oder siezen soll, dann kann ich mich gar nicht richtig auf den Inhalt konzentrieren. Gegenseitiger Respekt ist nicht von der Anrede abhängig und freiwilliges Lernen an sich sowie Zusammenarbeit muss doch nicht unnötige Distanz durch Siezen herstellen. Ich bin gespannt, wie die Veranstalter diese Fragen beantworten und sofern mich nicht Tod oder andere Krankheiten überrollen, bin ich beim MOOC dabei – natürlich weder als einfache noch als multiple Karteileiche, dafür nun schon etwas weniger blond und blauäugig.

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21 Gedanken zu „Blond und blauäugig zum MOOC

  1. Eigentlich erstaunlich, denn Wikiversity gibt es ja schon lange…und was „blond und blauäugig“ anbetrifft, so ist vor allem die typische Zielgruppe von Nutzern in dieser Kategorie, das sind nämlich überwiegend diejenigen, die vom klassischen Bildungsweg ausgeschlossen sind. Insofern geht es hier vielleicht letztendlich mehr um eine gesellschaftspolitische als eine bloß didaktische Revolution…«Dem Geheimnis der planetarischen Übermacht des ungedachten Wesens der Technik entspricht die Vorläufigkeit und Unscheinbarkeit des Denkens, das versucht, diesem Ungedachten nachzudenken.» (Heidegger, 1966, Interview mit dem Spiegel).

  2. Dankeschön für den Link zum Interview!
    „Mach die Augen zu“ passt ebenso wenig zu meiner Neugier wie die Bereitschaft, auf Gott zu warten.
    Für einen Vergleich mit Wikiversity fehlen mir noch Kenntnisse über MOOC. Ein Grund mehr, daran teilzunehmen!

  3. Werte Kollegin
    Danke für Ihr posting und das pingback zum http://www.Lernblog.ch. Ich fand Ihren Text schön und freue mich über die Frage danach, wie man in einer solchen Umgebung Respekt zeigt. Da in der entgrenzten Situation eines MOOCs Regeln möglich, aber nicht durchsetzar sind, muss wohl der Kantsche Imperativ gelten. Also machen Sie es doch einfach so, dass Sie den Respekt in den offenen Diskussionen gleich so zeigen, dass Sie andere damit anstecken ;-).
    In dem Sinne freue ich mich auf die Dialoge mit Ihnen.
    Freundliche Grüsse,
    Andreas König.

  4. Gegen die förmliche Anrede hat sich meine Tastatur hier im Blog mächtig lange gesträubt. Dennoch konnte ich sie endlich überwältigen und danke Ihnen hiermit recht herzlich für Ihren Kommentar.
    Dieser MOOC ist für mich schon spannend, bevor er überhaupt offiziell startet. Was mag das für eine entgrenzte Situation sein und warum sollen sich Regeln dort nicht durchsetzen können? Würde sich, wer Kant auch außerhalb des Internets beherrscht, nicht ohnehin im Kurs „imperativ“ verhalten? Was hat das mit den Diskussionen und Dialogen auf sich? Ich stelle mir die vielen, durchaus freundlichen Experten bildlich vor und merke plötzlich, dass ich gegen einen enormen Fluchtreflex ankämpfen muss…

  5. Pingback: ... und es hat moooooooooooc gemacht! +++ Die D-A-CH MOOC News 48-2012 - #MMC13 - der Open MOOC-Maker Course 2013

  6. Mmh, am Anfang dachte ich, du willst uns hier etwas erklären. Mmh, aber jetzt hast du mich neugierig gemacht. Dem Begriff MOOC bin ich schon öfter über den Weg gelaufen, aber habe noch nicht verstanden was das ist. Ich brauche Nachhilfe. Und ich brauche Zeit.
    Mensch Luci. Neugierig machen zählt nicht. Das ist gemein!
    Ich kann mich doch nicht erst durch (gefühlte) hundert Links klicken. Hättest du nicht gleich mit den Infos nicht nur für Eingeweihte herausrücken können?
    Jetzt muss ich mich allein auf den Weg machen. C U later

  7. Eva, warte, wir können uns den Kurs doch zusammen angucken. Was das ganz genau bedeutet, weiß ich nämlich selber noch nicht. Aber, ich bin genauso neugierig wie Du und gemeinsam macht das bestimmt viel mehr Spaß als allein.

  8. Hört sich interessant an.
    Aber vorab brauche ich Informationen bzgl. der Zeit,die ich investieren müsste. Die ist leider sehr sehr begrenzt momentan. Und ehrlich: Ich hab das noch nicht so verstanden, ob man sich jetzt auch noch aktiv einbringen muss oder wie überhaupt das abläuft. Lese gerade die Seite, die du gepostet hast in FB.
    Aber dann lese ich: google+, twitter, youtube … puh, da bin ich doch gar nicht angemeldet und ich schaffe es auch nicht alle Dienste ständig im Überblick zu behalten. Das ist mir persönlich einfach too much. Oder ich bin einfach nicht so technikaffin, das alles zu managen.
    Muss noch mal nachdenken.

  9. Vielen Dank für den Artikel, SV. Dass die Bezeichnung „MOOC“ inzwischen zu einem buzzword geworden ist, wundert mich gar nicht mehr. Glücklicherweise ist bald Januar und ich kann endlich lernen, wie ein MOOC in der Praxis funktioniert. Bist Du auch dabei?

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