Zwischenergebnisse

Das Lehrgebiet vom Modul 1D_neu stellt den Studierenden neben einer Online-Übungsklausur weitere Übungsklausuren zur Verfügung. „Biwis“ sollen zum Training die Klausuren der Fachrichtung POL/SOZ verwenden. Inzwischen gibt es auch eine Übungsklausur nur für den Biwi-Bereich. (Dazu vielleicht später noch einmal mehr.) Ich habe mir fünf POL/SOZ-Klausuren mit jeweils ca. 20 Aufgaben (15 davon haben nochmals fünf Teilaufgaben…) ausgedruckt und sie bisher zweimal bearbeitet. Die Ergebnisse lagen im ersten Anlauf im Bereich von 55 bis 85 Prozent, die der zweiten Runde zwischen 70 und 80 Prozent. Es gibt Aufgaben, die ich mag (Aussagenlogik, Kenngrößen univariater Häufigkeitsverteilungen, absolute und relative Häufigkeiten, Konzentrationsmessung, Wahrscheinlichkeits- und Verteilungsfunktion), Aufgaben, an denen ich mir immer noch die Zähne ausbeisse (Textfragen zu Verknüpfungen von Venn-Diagrammen, stetige Verteilungen, Punkt- und Intervallschätzung, Testen und Fehler beim Testen sowie die letzten Teilaufgaben der Korrelationsmessung, Regressions- und Variansanalyse) und Aufgaben, bei denen die Lösung reine Glückssache ist (Glücksrad, Würfel, Roulette). Die geplante Zeit von vier Stunden habe ich noch nicht benötigt. Es war bisher ein Zeitaufwand von ein bis zwei Stunden pro Übungsklausur erforderlich – allerdings ohne den Kromrey-Teil! Was mich richtig ärgert, sind manche meiner Fehler bei der Bearbeitung. Die sind so doof, dass es zum Schweine beißen ist! Mal vergesse ich die 1- in der Formel, vertippe mich beim Eingeben der Zahlen in den Taschenrechner oder beim Ablesen der Ergebnisse, verrechne mich derart bei einfachen Aufgaben, dass es schon wehtut oder, was genauso schlimm ist, ich übertrage die richtigen Werte aus den Tabellen falsch auf das Blatt… Wer kennt ein Rezept für/gegen solche Flüchtigkeitsfehler? So kann ich getrost bestimmt noch einmal mindestens 20 Prozent von der erreichten Punktzahl unter Klausurbedingungen wieder abziehen. Trotzdem sind diese Übungen eine Motivation für mich und vor den reinen Rechenaufgaben habe ich nun wirklich keine Angst mehr. Es gibt für alles eine Formel – man muß sie nur finden! (Einmal, wirklich nur ein einziges Mal, will ich bei diesen Übungen zu Hause mehr als 90 Prozent der Aufgaben richtig gelöst haben und eine Eins vor dem Komma sehen. Einmal. Aber, bitte nicht weitersagen, sonst halten mich alle für verrückt.) Werden allerdings Fragen über den Inhalt gestellt, sehe ich ziemlich blass aus. (Das wird sich in diesem Sommer auch nicht sonderlich ändern, weil ich immer in geschlossenen Räumen rechne! Vielleicht sollte ich die Bedingungen erschweren und mir einen Marktplatz suchen mit vielen Leuten, um schon mal zu üben, wie sich die Anwesenheit von Menschen auf mein Rechnen auswirkt?) Zum Beispiel: Wenn man alle Werte halbiert, geht der die das auf die Hälfte des Ausgangswertes zurück. Oder: Wenn man dies und das macht, erhält man mü Quadrat. Boah, dann lieber rechnen!
Als Zwischenfazit schätze ich die bisherigen Klausuraufgaben als fair gestellt ein. Man kann in Ruhe rechnen und das Konzeptpapier im Umfang von vier Seiten scheint auszureichen. (Früher hieß das einfach Schmierpapier, aber ich bin ja jetzt an der Uni.) Fein sind die Musterlösungen, mit denen man schnell eigene Fehler im Rechenweg erkennen und die Punkte nach dem richtigen System zusammen zählen kann. So gibt es für drei von fünf richtigen Teilaufgaben immerhin noch einen Punkt und für vier richtige Antworten drei Punkte. (Volle Punktzahl bei einer Aufgabe sieht übrigens sehr schick aus!) Wer nun der – von der Modulbetreuung vorgeschlagenen – Reihenfolge nach erst mit dem Statistikteil beginnt: Die Betreuenden sind ziemlich auf Zack! Es wird sehr schnell und zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten in Moodle geantwortet (z. B. Sonntagmorgen vor acht Uhr!). Außerdem kann man immer wieder nachfragen, bis die Aufgabe verstanden wurde. Die Geduld der Mathekünstlerinnen scheint zudem unendlich zu sein, wenn zum gefühlten hundertsten Mal die gleiche Frage (z. B. nach dem Taschenrechner) gestellt wird. Da brauche ich schon beim Mitlesen Nerven wie Drahtseile… Übrigens, 1D_neu ist ein Modul, in dem auch der Statistik-Chef persönlich den Studierenden antwortet! (Den Neid haben wir uns redlich verdient.) Das sollte man sich mal merken, wenn es um die Frage geht, wie die Betreuung eines Forschungsvorhabens aussehen könnte. – Nun, der Text wird immer länger und das ist ein eindeutiges Zeichen für Kromrey-Verdrängung. Also nehme ich mir vor, nach der fünften Rechenrunde endlich mit dem sturen Auswendiglernen der Definitionen und Begriffe aus der empirischen Sozialforschung anzufangen. PS: Bisher habe ich mir ein Lob über Module so lange verkniffen, bis ich das jeweilige Ergebnis dazu hatte. Hier liegt der Fall jedoch anders, weil eine Maschine über den Schein entscheidet. 🙂

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2 Gedanken zu „Zwischenergebnisse

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