Schnell/Hill/Esser

Konzeptspezifikation, Operationalisierung und Messung. Schon vor diesem Methodenmodul habe ich mich gefragt, wie Untersuchungen z. B. in der Schule durchgeführt und Sachverhalte „mit Menschen“ gemessen werden können. In einer Fußnote dieser Zusatzliteratur findet sich die Antwort: Solche Fragen sind Unsinn. Hmm. Man kann aber bestimmte Aspekte erforschen und dabei eine Menge (Mess-) Fehler begehen. Auch bei der Beobachtung sind zahlreiche Fehler möglich. Zwei Dinge beschäftigen mich in diesem Zusammenhang. Erstens haben wir in der Lehrerausbildung das Fach Diagnostik gehabt, in dem es genau darum ging, Schüler und ihr Verhalten zu beobachten. Hinzu kamen Elterngespräche und eine Hausarbeit. Bis dahin war das alles sehr schön. Bei dem Begriff Beobachtung fällt mir aber zweitens noch etwas anderes, Unschönes ein und das will ich forschungstechnisch nicht. Da wirkt eine Inhaltsanalyse viel unverfänglicher, allerdings wird der „empirische Ertrag und die theoretische Bedeutung“ eines solchen Vorgehens von den Autoren als „eher gering“ eingeschätzt. Darüber kann ich mir später also immer noch Gedanken machen. Inzwischen geht das Leben weiter und ein Artikel in der SZ knallt mir um die Ohren: Kinderbetreuung ist mehr als ein Job heißt es dort. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es den Eltern besser geht, wenn sie den Beitrag dort gelesen haben bzw. ihre Kinder ausgebildeten Erzieherinnen anvertrauen. Das schlechte Gewissen wird immer bei den Müttern und Vätern bleiben. Woher sollen sie z. B. wissen, ob die Ausbildung auch die „Liebe zum Kind“ beinhaltet? Man könnte möglichst viele alte Leute, die vielleicht sogar selber Großeltern sind, für diese Tätigkeit umschulen. Auch Menschen, die handwerklich, sportlich oder hauswirtschaftlich bewandert sind, würden gut in die Kinderbetreuung passen. Statt Bauklötze stapeln wären dann sägen und backen, gärtnern und klettern mit im Tagesprogramm. Arbeitslose Musiker bauen Kinderchöre auf und Physiker sorgen für den MINT-Nachwuchs, Clowns bringen endlich Spaß in das ernste Kinderleben… Auch ein schönes Thema. Irgendwie bin ich heute humorlos, aber dass der Witz (von Top-Frauen [?]) schon wieder eine Studie wert gewesen sein soll, fällt sogar mir auf. Hier ist der Beitrag dazu.

Dieser Buchkauf hat sich auf jeden Fall gelohnt: Schnell, R., Hill, P. B., Esser, E. (2008) Methoden der empirischen Sozialforschung. München Wien: Oldenburg.

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