Statistik 10.1 – Beginn Teil 2

Ostermontag. „Du bist zu alt und zu doof für Mathe.“ Ich mag Menschen, die mir die Wahrheit ungefiltert in’s Gesicht sagen, denn das erspart eine Menge unnötiger Enttäuschungen. Der zitierte Satz ließ mich zwar erst einmal mächtig schlucken, doch bei seiner Zerlegung fehlt eindeutig die Operationalisierung der Begriffe alt und doof. Also, alles halb so schlimm. Andererseits spornt er mich auch an nach dem Motto: „Jetzt erst recht!“ und ich gebe erst auf, wenn ich dreimal die schriftliche Bestätigung dafür erhalten habe, daß der Statistikschein für mich unerreichbar ist. – Bei der Ostereierei kann ich mich nicht gegen den Vergleich eines Hühnereies mit dem Venn-Diagramm wehren. Weiß ist A und gelb das Komplementärereignis (wie Komplementärfarbe oder -intervall). Mit Senf oder Marmelade lassen sich auch gut Schnitt-, Vereinigungs- und Differenzmengen darstellen. Das ganze in zerbrechliche Schale oder dicken Karton verpackt ist die Menge Omega oder in der Pfanne ein Rührei als Vereinigungsmenge. Schmeckt’s noch? So gesehen könnte Statistik sogar Spaß machen. – Seit 2012 gibt es übrigens die Aktion „Unstatistik des Monats“ von dem Berliner Psychologen Gerd Gigerenzer, dem Bochumer Ökonom Thomas Bauer und dem Dortmunder Statistiker Walter Krämer. Also könnte es passieren, daß eine (mühevoll erstellte) Zahlenarbeit doch noch von anderen Leuten als dem eigenen Betreuer gelesen wird. Ich kann mir nun aber gar nicht vorstellen, daß es so viele Unstatistiken geben soll, daß daraus eine eigene Rubrik entsteht. Wenn alle Studierenden mindestens ein Statistiksemester hinter sich haben, dürften solch‘ grobe Fehler wie im o. g. Link-Beispiel doch gar nicht erst entstehen, oder?

Gelesen: Mittag, H.-J. (2011): Statistik. Eine interdisziplinäre Einführung. Kurseinheit 2: Wahrscheinlichkeitsrechnung und schließende Statistik. Studienbrief 33209. (S. 113-119). Hagen: FernUniversität. – u. v. a. m. 🙂

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6 Gedanken zu „Statistik 10.1 – Beginn Teil 2

  1. Das stimmt! Vor allem dann, wenn man operationalisiert, dass Menschen im Alter von etwa 50 Jahren noch voll in der Pubertät stecken. 🙂

  2. Oh, hinter mir habe ich das Thema frühestens Mitte September (= günstig eingetretenes Ereignis A|unter der Bedingung B, daß es nicht weg ist).

  3. Vielleicht noch zum Thema: Zumindest Andrew Wiles hat auch nach dem angeblichen Mathematikerzenit von 30 Jahren noch einen bedeutsamen Beitrag geleistet, Stichwort Fermat’scher Satz (bzw. Fermat’sche Vermutung).

    Gerald Hüther ist der Ansicht, auch ein 80jähriger könnte noch prima Chinesisch lernen, wenn er sich dafür begeistern kann – zum Beispiel, weil er sich in eine 60jährige Chinesin verliebt 😉 (so oder so in etwa in einem Vortrag gesagt)

  4. Bei Fermate fällt mir wirklich nur Musik ein… und Weltbewegendes werde ich sicher auch nicht erfinden. Aber, die Begeisterung, ja, das ist das richtige Stichwort. Mal sehen, woher ich die noch bekommen kann.

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