Statistik 7.2

Jetzt habe ich den Hasen im Pfeffer gefunden! Der Grund für meine zunehmende Unzufriedenheit ist in dem dumpfen Gefühl zu suchen, daß es mir vermutlich nicht gelingen wird, jemals eine einwandfreie Studie zu komponieren. Selbst wenn die Untersuchungsergebnisse objektiv und valide wären, läge mit der Reliabilität ein Grund zum Scheitern vor. Es sei denn, ich nehme totes Material. Einen Wäschetrockner vielleicht oder die Küchenfliesen. Das war und ist aber nicht mein Ziel. Ich will Mensch! Sobald jedoch Menschen im Spiel sind, ist es aus meiner Sicht nicht mehr möglich, eine Untersuchung unter gleichen Bedingungen zu wiederholen. Wie soll das funktionieren? Auch eine Operationalisierung von beobachtbaren Verhaltensweisen wäre immer angreifbar, egal, wie genau die Zahlen sind. Mein Respekt vor Wissenschaft sinkt mit jeder neuen Statistik und das ist Gift für meine Motivation. Ich frage nun nicht in die Runde, was ich machen soll, denn ich werde dieses Statistikgebräu auf jeden Fall bis zur letzten Fußnote durcharbeiten. Ob ich diese Werkzeuge jemals anwenden kann? Allein das Kapitel über zusammengesetzte Indexzahlen bestätigt meinen Verdacht, daß die Ergebnisse der Pisa-Studie eben so oder so gelesen und interpretiert werden können. Das ist höchst schädlich für Leute mit einem gewissen Anspruch an Perfektion! Oder der Verbraucherpreisindex: Den habe ich in der Zeitung schon oft kopfschüttelnd betrachtet, weil der abgebildete Warenkorb so gar nicht meinen Waren und Bedürfnissen entspricht. Aber, nun auch noch Schwarz auf Weiß bestätigt zu bekommen, daß die Nachteile dieser zusammengesetzten Zahlen eben nicht nur ein vereinzeltes wirres Gefühl waren, das macht mich für heute mächtig ratlos. Vielleicht hilft eine kleine Spielerei mit dem interaktiven Preiskaleidoskop des Statistisches Bundesamtes?

Quelle: Mittag, H.-J. (2011): Statistik. Eine interdisziplinäre Einführung. Kurseinheit 1: Beschreibende Statistik. Studienbrief 33209. (S. 76-80). Hagen: FernUniversität.

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2 Gedanken zu „Statistik 7.2

  1. „Auch eine Operationalisierung von beobachtbaren Verhaltensweisen wäre immer angreifbar, egal, wie genau die Zahlen sind.“
    Genau das wird ja auch häufig gemacht, auch in anderen Gebieten. Nimm die Klimaforschung oder den Streit um die Existenz eines Fachkräftemangels. Ist doch für dich prima, du hast gleich die Grenzen von Statistik erkannt.

    „Mein Respekt vor Wissenschaft sinkt mit jeder neuen Statistik und das ist Gift für meine Motivation.“
    Meiner ist schon deutlich gesunken, aber aus anderen Gründen…

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