Statistik 3.3

Zwischenzeitlich denke ich, die Klausur müßte doch zu schaffen sein. Dann wünsche ich mir natürlich keine Vier, so wie am Anfang, sondern ein besseres Ergebnis. Dafür gibt es jetzt mindestens zwei Möglichkeiten. Entweder ich lese und verstehe in meinem eigenen Tempo und brauche evtl. länger als ein Semester, weil ich den Stoff ja auch noch lernen muß oder ich versuche alles schnell durchzuackern und irgendwie zu bestehen… Ach, nee, diese Variante gefällt mir schon beim schreiben nicht. Also, mach‘ ich erst mal in meiner relativen Langsamkeit weiter und dann werden wir schon sehen. Das Schöne ist nämlich (ich trau’s mich kaum zu sagen), daß manche Sachen aus der Statistik richtig spannend sind. Oft kommt aber ein Abschnitt im Kapitel, bei dem mich die schiere Verzweiflung packt – bis ich es endlich verstanden habe. Die folgende Zusammenfassung gehört jedoch nicht dazu.

In diesem Abschnitt geht es um Träger amtlicher und nicht-amtlicher Statistik. (Was ich im Endeffekt mit diesem Kapitel anfangen soll, ist mir aber noch nicht klar.) Wirtschaftliche und politische Entscheidungen basieren auf statistischen Informationen (im nationalen und supranationalen [= Ebene über der Nation, polit.] Kontext). Die Daten liefern Ämter und nicht-amtliche Träger (auf Anforderung, zu Werbezwecken).

Amtliche Statistik. In Japan gehört sie zu den Aufgaben bestimmter Ministerien. In Deutschland wird sie von eigenständigen Behörden erstellt (Prinzip der „fachlichen Konzentration“). Das soll tagespolitische Unabhängigkeit sichern. Deutschlandweite Datensammlungen werden vom Statistischen Bundesamt erstellt, regionale Daten von den Statistischen Landesämtern und andere Daten wiederum kommen aus den kommunalen Statistikämtern. Nur wenige amtliche Statistiken werden von den Ministerien direkt kontrolliert geführt, wie z. B. die Arbeitsmarktstatistik von der BA (= Bundesagentur für Arbeit unter Mitverantwortung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. An anderer Stelle habe ich mich schon über das Erstellen von Statistiken gewundert, um nun festzustellen, dass es anderen ebenso ergeht. Im Blog von Otmar Seckinger finden sich noch weitere Wunderungspunkte zur Statistik der BA. (Hier findet man noch mehr Beiträge von ihm zu „Statistik und Zahlen“.)

Träger nicht-amtlicher Statistik sind Institutionen und Firmen mit unterschiedlicher Zielsetzung (Wirtschaftsforschungsinstitute, Interessen- und Wirtschaftsverbände, also Gewerkschaften, Arbeitgeber, Kammern), aber auch private Institute der Markt- und Meinungsforschung.

Wirtschaftsinstitute sind oft an Universitäten angegliedert und teilweise öffentlich finanziert. Sie befassen sich mehr mit der Datenanalyse statt der Gewinnung von Daten und spielen bei der Politikberatung eine Rolle. Interessant an den folgenden fünf Instituten ist der Buchstabe I (in allen Namen enthalten), gefolgt vom W (viermal verwendet; daraus ließe sich doch bestimmt eine Statistik erstellen). IFO = Institut für Wirtschaftsforschung in München, DIW = Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, RWI = Rheinisch-Westflisches Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, IfW = Institut für Weltwirtschaft in Kiel und IWH = Institut für Wirtschaftsforschung in Halle. (Daaas wird doch wohl keine Frage in der Klausur werden?)

Mit der teureren Markt- und Meinungsforschung beschäftigen sich: ADM = Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute in Bonn, GfK = Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg (ah, gleich um die Ecke, sie untersuchen das Fernsehverhalten, tja, da haben sie bei mir sehr schlechte Karten), TNS Infratest = Zusammenschluß von EMNID und Infratest (sie erstellen das Eurobarometer) Forschungsgruppe Westfalen (Politikbarometer) und GESIS = Gesellschaft sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen (oh, da gibt es Methodenberatung und Datenarchive für die empirische Sozialforschung; das sollte ich mir mal merken).

Internationale Träger amtlicher Statistik sind Eurostat = Europäisches Amt für Statistik in Luxemburg (zuständig für die Harmonisierung von Daten, führt die Datenbestände der Amter verschiedener Länder zusammen, hat seit 2004 frei zugängliche Datenarchive und Online-Publikationen und seit 2009 das Wissensportal „Statistics Explained“ im Wikipedia-Stil. Texte und Graphiken zu verschiedenen Themen der amtlichen Statistik sind dort für Laien verknüpft mit der Datenbank von Eurostat und anderen Organisationen. Das klingt schon mal gut!) OECD = Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung = Organisation for Economie Co-operation and Development,  ist durch starke Marketingaktivitäten bekannt, auch im Zusammenhang mit der PISA-Studie, ihre Datenbestände sind nicht frei zugänglich und sie wirkt auch nicht akriv an der Harmonisierung von Datenerhebungen auf nationaler Ebene mit. (Das stellt die PISA-Studie in eine dunkle Ecke.) UN Statistics Division = Statistikreferat der Vereinten Nationen mit frei zugänglichen Datenbeständen.

Quelle: Mittag, H.-J. (2011): Statistik. Eine interdisziplinäre Einführung. Kurseinheit 1: Beschreibende Statistik. Studienbrief 33209. (S. 29-31). Hagen: FernUniversität.

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