Statistik 2.1

Wenn keiner einschreitet, geht es jetzt weiter mit ein paar Begrifflichkeiten. Da wären zunächst statistische Einheit, Merkmal und Grundgesamtheit zu nennen. Der Ausgangspunkt für eine Untersuchung ist ein Problem. (Davon gibt es ja nun genug und wer keine hat, der macht sich welche.) Das Problem kann übrigens aus der Forschung oder Praxis sein. (Ich bin für die Praxis, weil ich von Forschung keine Ahnung hab‘.) Wer diese Probleme lösen will, sollte sich an einen konkreten Untersuchungsablauf halten, der da wäre: Planung, „Erhebung, Aufbereitung und Auswertung von Daten“. Außerdem sollte man sich darüber klar werden, welche Objekte und welche Eigenschaften dieser Objekte interessant erscheinen. Das Beispiel 2.1 verdeutlicht die „Breite der Fragestellungen“ („Interdisziplinarität“) aus Wirtschaft- und Sozialpolitik, Sozialpsychologie und Fernsehforschung (nix für mich dabei). Man kann auch vorhandenes Datenmaterial auswerten (für alle, die keine Jäger und Sammler sind). Zu den Begriffen gibt es eine feine Abbildung (2.1) „Begriffshierarchien…“ und nun die Erklärungen.

1) Grundgesamtheit = Population = alle = Objekte, d. h. die Menge aller statistischen Einheiten. So. (Kann mir mal jemand erklären, warum es für eine Sache in der Statistik mehrere Begriffe gibt? Ich dachte immer, das wäre alles eindeutig und klar.)

Teilmengen = Teilpolulationen (durch Stichprobe auszuwählen) von Grundgesamtheiten, z. B. trennen von männlich und weiblich (also Domspatzen und Mädchenchor, verstehe).

2) statistische Einheiten = Einzelobjekte = Objekte der statistischen Untersuchung = Merkmalsträger –> daran werden Daten erhoben (bei Objekten fallen mir Immobilien ein, bei Merkmalsträgern Stigmatisierung und überall fehlen die Menschen)

3) Merkmale = Variablen = XYZ = die Eigenschaften der statistischen Einheiten

4) Merkmalsausprägungen = a1, a2, a3, … = die möglichen Werte von Merkmalen –> diese Werte heißen Urwerte = Primärdaten = Rohdaten; wenn man sie in einer Liste zusammenfaßt, ergibt sich daraus die Urliste und Merkmalswerte können dort mehrfach auftreten (hmm, wo ist der Unterschied zwischen Merkmal und Ausprägung? Bei Romberg und Östreich heißt das: Merkmal = Nasenform, Ausprägung = Rüssel, Ömme, Stubse. Na also, geht doch!)

Beispiel 2.2: 1) Grundgesamtheit sollen Studierende einer Uni sein, 2) statistische Einheit: alle Studierenden der ausgewählten Uni (wo liegt der Unterschied zwischen 1 und 2? in der Auswahl der Uni?), 3) Merkmale/-ausprägungen: Alter (kann in Kategorien zusammengefaßt werden, also unter oder über 25 Jahre und diese wiederum können mehrfach in der Urliste auftreten (klar).

Quellen: Mittag, H.-J. (2011): Statistik. Eine interdisziplinäre Einführung. Kurseinheit 1: Beschreibende Statistik. Studienbrief 33209. (S. 11-13). Hagen: FernUniversität.

Oestreich, M., Romberg, O. (2010): Keine Panik vor Statistik! Erfolg und Spaß im Horrorfach nichttechnischer Studiengänge. (S. 46) Wiesbaden: Vieweg+Teubner. (Die Cartoons sind von Romberg – herrliche Multibegabung!)

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4 Gedanken zu „Statistik 2.1

  1. Tja, warum gibt’s verschiedene Begriffe… Weil Entdeckungen oft unabhängig voneinander gemacht wurden (werden) und jeder seine Kinder anders benennt. Weil es Importe, Exporte und auch Reimporte zwischen verschiedenen Sprachen gibt. Weil sich der eine vom anderen abheben will. Weil…

    Wenn die Menge G deine Grundgesamtheit der Studierenden einer Uni ist, sind da vielleicht die einzelnen Studierenden (statistischen Einheiten) g1, g2 und g3 drin, jeder für sich. Die bilden dann alle zusammen G als G = {g1, g2, g3}. Oder anders formuliert: Alle Studierenden der Uni (für sich genommen!) sind die statistischen Einheiten. Alle Studierenden der Uni (zusammen!) bilden die Grundgesamtheit.

  2. Jetzt bin ich doch sehr überrascht, dass bei diesem Thema noch mitgelesen wird. Und, völlig von den Socken, dass Du nicht nur antwortest, sondern auch noch erklären kannst. Die „Weil“s sind schon sehr überzeugend, das hätte mir auch selber einfallen können. Aber, der Hammer sind die letzten beiden Sätze bzw. was dort in den Klammern steht. Denn „Alle Studierenden der Uni“ ist ja wörtlich dasselbe. Da muß man erst mal drauf kommen! (Das ist wohl so wie mit den Begriffen Bank und Stift, bei denen man den weiteren Inhalt kennen muß, um sie richtig zu deuten. Sooo wird das natürlich viel klarer – und nachvollziehbar.
    Vielen Dank, Oliver, da hat sich Dein Vorlesungsbesuch ja schon mal für Dich gelohnt – und für mich nun auch. 🙂

  3. Tja, Luci, ich hab ja noch nicht mal die Studienbriefe, hab aber schon beschlossen, dass ich die vermutlich gar nicht lesen muss, da du hier ja alles so schön (mit Humor aufbereitet) erklärst :-D.
    Mich habt ihr – du und dein „Nachhilfelehrer“ 😉 – also mit Sicherheit weiterhin als Mitleser…..

    hmmm – oder ist dieses rein konsumierende Verhalten jezt verwerflich? Sollt ich vll doch was lesen, um auch mal was beitragen zu können? Ich glaub, ich probiers mal mit Schnell, Hill & Esser (2011). Methoden der empirischen Sozialforschung.

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