Zwischen zwei Modulen

Die Hausarbeit ist mit einem Makel unterwegs nach Hagen. Nicht, dass sich dieser Mangel durch gewissenhaftere Arbeit hätte vermeiden lassen. Es wird vermutlich auch nicht als Fehler gelten, wenn die schönen Zahlen im Text dort einfach nur so rumstehen. Was mich an der Sache zwickt? Ganz einfach: Wenn man schon eine Forschungsfrage und Daten hat, dann sollte man auch etwas damit anfangen können! Zum Beispiel richtig interpretieren. Die Teilnehmer im Forschungsseminar machen das immer sehr elegant. Werfen Wörter, Berechnungen und Argumentationen in die Runde, von denen ich noch  rein gar nichts verstehe. Das muß sich ändern. Bisher hieß es in meine Richtung: Sie brauchen den und den Schein, dann können Sie… Jetzt heißt es für mich: Ich brauche dieses Wissen. Ich will wissen, wie Fragen formuliert, Daten erhoben und ausgewertet werden. Sonst wird jede weitere Hausarbeit für mich mit diesem Makel behaftet sein. Nicht, dass ich mich nun wie wahnsinnig auf das neue Bachelor-Methoden-Modul 1D freuen würde. Nach dem Modul 1 als Mastereinstieg, mit vielen neuen und praktischen Erfahrungen in Sachen Weblogs, ist der Gang zurück eher herb. Außerdem verlasse ich meine treuen Begleiterinnen Caroline und Sandra (wann gehst Du mit Deinem schönen Blog in die Öffentlichkeit?), die sich planmäßig weiter im Masterstudiengang bewegen. Kein Nachteil ohne Vorteil: Über die Studienreform kann man meckern oder nicht. Für die Herausbildung von dauerhaften Freundschaften, wie sie sich in den alten Präsenzstudiengängen ergeben haben, ist die Modularisierung eher schädlich. Was die Anpassung an die individuellen Lebensumstände betrifft, ist das Bolognese-Studium aber ideal, sofern man nicht auf den Abschluß angewiesen ist. – Mein Schreibtisch ist M1-bereinigt und diese leere Ordnung macht mich ganz nervös. Ich hol‘ jetzt mal das Mathezeug. Angeblich ist das mit dem Rechnen echt einfach

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18 Gedanken zu „Zwischen zwei Modulen

  1. Hallo Luci,
    du hast Recht, die Zeit zwischen den Modulen fühlt sich merkwürdig an. Allerdings habe ich nicht deinen Elan, mich sofort in die neuen Herausforderungen zu stürzen, sondern gruschtle hier so vor mich hin, genieße meine freie Zeit und das Gefühl, keinen Zeitdruck zu haben – aber vll ist es genau diese Haltung, die mich zuletzt immer wieder in Zeitnot bringt? 😉

    Was heißt denn hier verlassen? Vergiss es!! Kennst du den früheren Werbeslogan von 4711? „4711 – immer dabei!“ 😉 Du wirst mich nicht los!
    Im Gegensatz zu dir brauch ich zwar den Masterabschluss für meine zukünftigen Pläne, und werde auch, was Prüfungsleistungen anbelangt, hier meinen Schwerpunkt setzen, aber genau wie du bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es ohne diese Methodenmodule (wie u.a. dein gefürchtetes 1d) nicht geht. Als „Lehramtsquereinsteiger“ fehlen mir in diesem Bereich ebenfalls sämtliche Grundlagen. Deshalb werd ich dich in diese Höhle des Löwen – namens 1d – begleiten ;-), aber mir gehts „nur“ um das Wissen nicht um irgendeine „Bescheinigung“. Je nachdem, wie sehr M3 mich zeitlich und gedanklich fordert, musst du evtl. durch das abschließende „Fegefeuer“ :-D, die Klausur, allein durch!
    Liebe Grüße und mach doch auch mal ein bissceh Pause!!!! Caroline

  2. So, dann melde ich mich auch mal aus meinem (analogen) Päuschen zwischen den Semestern zurück. Also – zum Einen – vielen Dank für die Blumen: „Dein schöner Blog“ – das geht halt mal runter wie Öl. Ich bin aber tatsächlich immer noch nicht so richtig zum Schluss gekommen, ob das Medium Weblog für mich das richtige ist und ich es weiterführen möchte. Vielleicht ist es auch der falsche Zeitpunkt oder ich muss meine Thematik nochmals überdenken oder umstrukturieren… Wie du weißt hab ich’s ja sehr mit dem Auditiven… Deswegen bin ich schon wahnsinnig gespannt auf diese Podcast-Sache, die Caro und ich ja leider ohne dich absolvieren werden müssen. Trotzdem verlässt du uns nicht, Luci, das nächste Semester werden wir drei doch gemeinsam allen statistischen Gewittern trotzen! Was die Sache mit der Modularisierung und den Freunschaften angeht, gebe ich dir Recht. Das ist wirklich eher hinderlich. Aber letzten Endes liegt es in unserer Hand, oder?

    Also, in diesem Sinne: Auf geht’s in die nächste Runde!

  3. Ja, allerdings, stimmt schon. Doch dann denke ich, so geht es auch meinen Achtklässlern, wenn ich ihnen zum ersten Mal eine wahnsinnig lange Bruchgleichung möglichst mit noch ein paar Binomen in den Nennern vorsetze und ihnen erkläre, dass meines Erachtens die wahre Schönheit der Mathematik darin begründet ist, dass so ein ellenlanges Teil am Schluss zur Lösung x = 2 führt. Also einerseits mag ich Mathe einfach sehr gerne (auch oder gerade wenn ich mir die Erkenntnis erarbeiten muss) und andererseits freue ich mich auf diesen Perspektivwechsel: Das Gefühl in einer (virtuellen) Schulstunde zu sitzen und erst mal Bahnhof zu verstehen und dann lichtet sich das Dunkel nach und nach (hoffentlich).
    Meine Schüler würden wahrscheinlich sagen: Ausgleichende Gerechtigkeit 🙂

  4. Bahnhof verstehen, das dürfte wohl leicht übertrieben sein, Sandra! 😉
    Aber Kombinatorik, Wahrschenlichkeitsrechnung, das ist im Bereich Mathematik schon ein ganz eigenes Kapitel, Luci 😉 …und in dem Ausmaß unterrichtet, wird das auch am Gymnasium nicht – zumindest noch in den Genuss schulischen Unterrichts gekommen sind.

  5. Ich weiß nicht, ob ich nur Bahnhof verstehen werde, Luci, ich habe noch keinen Blick in die Studienbriefe geworfen, weil ich mich momentan mit dem anstehenden Master-Modul befasse.
    Was ich damit beschreiben wollte, ist auch eher das grundsätzliche Gefühl, vor einer Aufgabe zu stehen, deren Lösung mir nicht sofort ins Auge fällt, und diese dann durch mathematische Überlegungen erfolgreich zu bearbeiten, also auf die Lösung zu kommen.
    Außerdem – nur weil ich Mathelehrerin bin muss ich ja nicht alles auf Anhieb wissen. Zumal das Thema Daten & Zufall (wie es in der RS in Ba-Wü heißt) tatsächlich über Kennwerte, Spannweiten, Quartile und Boxplots bzw. Baumdiagramme, zweistufige Zufallsversuche und den Erwartungswert nicht hinausgeht.
    Wie du weißt habe ich auch mal Musik studiert, aber wenn ich z.B. Schuberts Impromptu in As-Dur auf dem Klavier spielen sollte, müsste ich auch erst nochmal üben…
    Ist das nicht die eigentlich Gefahr am Lehrer-Dasein? Wenn man anfängt, sich für allwissend zu halten?

  6. Nicht, liebe Luci?
    Ich halte diese Gefahr für permanent gegeben und kenne aus meiner Schulzeit noch solch nette Exemplare.

  7. Herzlich willkommen hier, liebe Eva! 🙂
    Lehrer, die sich für allwissend halten? Nein, das kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Wie sollte es zu dieser Einstellung bei den Pädagogen überhaupt kommen?

  8. Tjao, so einige verfehlen da schon ganz gerne ihren Beruf als Pädagoge und driften ab in die Welt der Materie. Ich erinnere mich noch gut an einen Deutschlehrer beim Abi. Allwissend meinte er zu sein, doof nur wenn da eine 20jährige vorbeikommt, die doch mal etwas weiß und beweist, was er noch gar nicht kannte oder nicht wahrhaben wollte.
    Ich denke nicht allwissend, aber in ihrem Fach gerne mal allwissend. Mit Pädagogik hat das manchmal nichts mehr zu tun.
    Ist bei Erzieherinnen in ihrem „Fach“ auch gerne mal so.
    Und die Gefahr sich für allwissend zu halten ist bestimmt nicht berufsabhängig, sondern vermutlich eher typabhängig. Kann ich aber auch nicht belegen *mmh*

  9. Ich glaube, es liegt daran, dass Lehrer das Eingeständnis etwas nicht (oder Gott bewahre: falsch) zu wissen recht schnell als Gesichtsverlust interpretieren. Jeder kennt doch diese typische Lehrerbemerkung, wenn dieser im Unterricht von seinen Schülern auf einen offensichtlichen Fehler (zum Beispiel im Tafelanschrieb) hingewiesen wird: „Ich wollte ja nur gucken, ob ihr auch aufpasst.“ Natürlich ist das scherzhaft gemeint, aber die dahinter stehende Botschaft ist ernst:“Ich bin der Lehrer, mein Job ist es euch etwas beizubringen und das bedeutet: Ich weiß es, ihr lernt es.“ Also, ich will ja nicht meinen eigenen Berufsstand diskreditieren, aber das ist schon durchaus ein verbreitetes Phänomen…
    Vielleicht bin ich selbst auch nicht unbedingt gefeit davor. So würde ich mich zum Beispiel niemals Kandidat bei „Wer wird Millionär“ bewerben. Meine Güte – man stelle sich vor, Günther Jauch stellt mir eine Mathe- oder Musikfrage und ich wüsste die Antwort nicht!! Puh, Schweißausbruch 🙂

    Viele Grüße
    Sandra

  10. Lustig, das Millionärsspiel würde ich mir auch nicht zutrauen… Als Schüler habe ich den Lehreraufpaßspruch oft geglaubt, weil ich wohl sehr verträumt war/bin. Wenn ich hingegen jetzt von meinen Schülern auf Fehler hingewiesen werde, bedanke ich mich einfach und lobe den „Dedektiv“. Die Aufmerksamkeit der gesamten Klasse steigt danach spürbar.

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