Geisterfahrer

Regensburg, -10°C (in Worten: minus, in der Sonne). Auf dem Weg zur Schule schlägt mir ein eiskalter Wind ins Gesicht – ich fahre mit dem Rad. Es begegnen mir nur Automobile und dick eingepackte Fußgänger. Ist das überhaupt erlaubt oder widerspricht das nicht dem Vermummungsgesetz? Bei meinem Tempo und den Bergen hier in der Stadt wird mir bald warm am Kopf und vor allem darin. Den Zellen scheint das zu gefallen, denn sie fangen an zu arbeiten. Ich frage mich, warum ich nicht nur auf dem Radweg als Geisterfahrer auffalle, sondern auch in Gesprächen und beim Denken. Es passiert mir gefühlt unnatürlich oft, dass ich völlig anders entscheide, als die Mehrheit. (Ich habe das nicht statistisch untersucht, wäre aber vielleicht ‚mal eine Idee.) Diesem Beitrag ist eine Diskussion vorausgegangen und er ist nur ein Beispiel, aber es gibt scheinbar täglich Situationen in meinem Leben, in denen alle nach oben und ich nach unten gucke. Oder umgekehrt. Da schütteln also viele Leute mit dem Kopf, wenn sie erfahren, dass ich die Entwürfe meiner Hausarbeit hier veröffentliche und erklären, dass sie das nie tun würden. Hmm, wenn ich die Statistik im Dashboard richtig lese, werden momentan ausgerechnet diese Texte besonders häufig aufgerufen. Das ist doch schon mal erfreulich. (Bitte beachten: es sind bisher nur Roharbeiten. Bleibt kritisch!) Noch schöner fände ich es allerdings, wenn die Leute auch mit mir darüber reden würden, natürlich hier. Aber, da gibt es Bedenken, die ich ausnahmsweise teile, nämlich öffentlich zu kommentieren. Schon oft habe ich während meines Selbstversuches mit Twitter die Einladung gelesen, sich bitte am Thema zu beteiligen. Nur, die waren ja nicht an mich persönlich gerichtet (doch, einmal und das hab ich sogar gerne gemacht, weil mir viel Wohlwollen entgegen gebracht wurde). Soll ich also den Autoritäten schreiben, was ich von den Beiträgen halte? Wollen sie das wirklich wissen, also: von mir? Damit könnte ich zumindest zum zweiten Teil des Selbstversuches übergehen und nicht nur konsumieren, sondern mitmachen. Andererseits wäre das ja wieder eine Geisterfahrt sondergleichen. – Auch privat würde ich  mich gern mal im Schwarm bewegen. Also schreibe ich zum ersten Mal eine Hausarbeit, indem ich mir vorher eine inhaltliche Gliederung dafür mache. Bisher habe ich nämlich immer drauf losgedacht. Dass ich die Ziele dabei ohne schriftliche Vorplanung erreicht habe, verwundert mich jetzt aber selber.

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