Zauberlehrlings Reflexion

Am Ende der zweiten Woche meiner Arbeit mit einem Weblog fühle ich mich wie der Zauberlehrling aus dem Gedicht von Goethe. Nein, nicht dass ich die Kommentare nicht gewollt hätte! Im Gegenteil: ich freue mich wie ein Schnitzel über jeden Beitrag, vor allem, wenn er nicht nur aus dem, mir wohl gesonnenem, privaten Umfeld stammt. Aus den Gedanken der Antworten ergaben sich bisher neben der eigenen Reaktion darauf allerdings immer neue Baustellen: Quellen, Links und Hinweise waren zu verfolgen sowie – ich gebe es zu: Autoren „googlen“. So, und jetzt stockt mir dann doch der Atem! Theoretisch meinte ich, die Funktionen der (neuen) Medien verstanden zu haben. Was aber z. B. die „Kommunikationsfunktion“ (Reinmann, 2010) speziell innerhalb eines Weblogs betrifft, so haben mich die Ereignisse gestern beinahe überrollt. Natürlich wurden wir im Studienbrief und im Seminar auch auf die „Risiken und Nebenwirkungen“ (Bastiaens, Schrader & Deimann, 2010) hingewiesen, die das öffentliche  Schreiben hervorrufen kann. Was das aber in der Praxis bedeutet, erfährt der Bloggerlehrling eben erst in der Umsetzung seiner Idee. Da stellt sich z. B. die Frage, wie auf Kommentare korrekt zu antworten ist. Gibt es in der Bloggergemeinde (ungeschriebene) Gesetze, die es nun zu erkunden gilt? Und, was wäre, wenn eine Weblogidee plötzlich funktioniert? Wenn es auf einmal aktuell würde, eine Arbeit schreiben zu dürfen? Kehrt sich der Traum dann wegen fehlender Vorkenntnisse in einen Alptraum um? Schließlich bin ich erst am Anfang meines Studiums, da könnten solche Anfragen durchaus vermessen klingen. Wie muß ich mein Anliegen formulieren, damit klar wird, dass ich schlicht zu den Erstsemestern gehöre und mein Wissen bisher überwiegend aus Erfahrung gewonnen habe?

Inhaltlich sah die Kurzfassung meines Planes für die vergangene Woche in der ersten Reflexion (hier) so aus: Richtung/en eingrenzen – Studien suchen – mögliche Themen finden – Auswahl/Kontakt – Beginn. Für alle, die das gleiche Ziel mit ähnlichen Voraussetzungen verfolgen: so funktioniert das nicht! Der Plan war viel zu voll gepackt für eine Woche und der Erhalt positiver Reaktionen aus persönlichen Gründen überhaupt nicht in Erwägung gezogen. Also, alles zurück auf Null. Ein neuer Plan muß her und dieser soll sich in der nächsten Woche auf die Sichtung verschiedener Richtungen beschränken.

PS: Womit beschäftigen sich Wissenschaftler während der Feiertage oder im Urlaub?

Literatur: Bastieans, Th., Schrader, C., Deimann, M. (2010): Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft. Studienbrief 33080 der Fernuniversität in Hagen (S. 49). Hagen. Reinmann, G. (2010): Instructional Design. Studienbrief 33082 der Fernuniversität in Hagen (S. 54). Hagen.

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13 Gedanken zu „Zauberlehrlings Reflexion

  1. Also, ich würde sagen: Erstmal einfach locker bleiben! 🙂 „Zurück auf Null“ – Weshalb? Du hast doch gerade erst angefangen… Experimentier doch ein wenig mit deinem Weblog. Und betrachte die Beiträge und Kommentare einfach als Gedankenanregungen – und davon kann man doch eigentlich nicht genug haben, oder? 🙂

    Ungeschriebene Gesetze gibt es nicht. Es ist aber wichtig, dass du den Kommentatoren antwortest. Schließlich habe Sie sich ja mit deiner Gedankenwelt ein Stück weit auseinander gesetzt und dir sogar einen Kommentar hinterlassen. Vielleicht erwächst daraus eine wertvolle Diskussion? Du solltest diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen… 🙂

  2. Wir von dir verlangt, dass du „Literatur“ zitierst? Wenn nein, warum zitierst du Sätze, die banal sind und auf die du auch selbst kommen kannst?

  3. Nein, das werde ich auf gar keinen Fall (also, die Gelegenheit verstreichen lassen)! Allein die Höflichkeit gebietet eine Antwort und an das Tempo hier werde ich mich schon noch gewöhnen. Was mich zunächst stutzig gemacht hat, war der Umgang miteinander in einem Weblog. Es ist für mich etwas anderes, ob ich mit Studenten rede oder mit „Ranghöheren“. Vielleicht hat sich in der Kommunikation etwas in den letzten Jahren geändert und ich habe diese Entwicklung verschlafen? Wie wirst Du in den Lehrveranstaltungen angesprochen? (Ein – völlig unwissenschaftlicher – Selbstversuch vor einigen Jahren hat mir gezeigt, dass die Anrede „Du“ im Unterricht keinen Mangel an gegenseitigem Respekt erzeugen muß.)
    Kommunikation im Weblog – das muß ich mir mal merken.
    Ich bin gespannt, welche Überraschungen mich mit diesem Tagebuch noch erwarten.
    Vielen Dank für Deine Hilfe!

  4. Okay, besser hier eins auf die Mütze als in der bevorstehenden Hausarbeit, auch wenn ich erst mal schlucken mußte!
    Das Thema des Weblogs unterliegt bis auf den bildungswissenschaftlichen Bezug keinen Vorgaben; Zitation wird also nicht verlangt. (Ich weiß noch nicht einmal, ob es seitens der Dozenten überhaupt vorgesehen ist, sich in jeden der entstandenen Blogs einzulesen. Deshalb vermute ich, dass einzig und allein die Hausarbeit über das Bestehen des Moduls entscheidet.)
    In meiner Vorstellung bedeutet wissenschaftliches Arbeiten auch der korrekte Umgang mit Quellen und Literatur. Genau das will ich üben und verfeinern. Für mich bietet sich das Weblog geradezu an als schnödes Lerntagebuch und „Zettelkasten“ (Pullich, 2007, S. 17 [nur für interessierte Mitleser und -lerner, aber auf keinen Fall, um Dich zu ärgern!]).
    Kennst Du den Spruch, dass auf der anderen Wiese das Gras viel grüner ist? Hast Du noch nie Begriffe oder Formulierungen von anderen Menschen einfach besser gefunden als die eigenen und sie zitiert? Letztlich will ich ausgerechnet am Anfang nicht guttenbergen und auch nicht zum Schluß. Vielleicht ist diese Angst übertrieben?
    Ob die Aussage eines Autors oberflächlich oder alltäglich, trivial oder nur leeres Gerede ist, hängt bestimmt von seinen Vorkenntnissen auf diesem Gebiet ab. Somit habe ich mich offensichtlich mit meiner Reflexion in Deinen Augen nicht mit Ruhm bekleckert und das ist an einem Ort wie diesem gleich doppelt so peinlich, schließlich stammen die bemängelten Sätze ausschließlich von mir.

    (zwecks Vollständigkeit: Pullich, L. (2007). Weblogs als Lernjournale. Kommunikation und Reflexion mit Weblogs im Rahmen akademischer Abschlussarbeiten. [Online-Dokument] URL: http://ifbmimpuls.fernuni-hagen.de/2007-03-Weblogs-als-Lernjournale.pdf )

  5. Sorry, ich habe mich sehr missverstaendlich ausgedrueckt. Ich wollte sagen, dass du gross genug bist, um deine gedanken zu entwickeln ohne dich bei jeder kleinigkeit auf vermeintliche “groessen“ zu stuetzen.

  6. Zur Schnelligkeit: Ein Professor sagte uns zum Thema Prüfungen sinngemäß, dass, je schneller die Fragen gestellt werden, desto besser liefe es für die Studenten. Im Staatsexamen fühlte ich mich gejagt und gehetzt, ich habe gekocht vor Wut, weil ich zum Denken einfach Zeit brauche! – Aus diesem Grund telefonieren wir nicht mehr miteinander, sondern schreiben uns Briefe, so richtig altmodisch, nicht per PC.
    Schnelligkeit im Denken – ist das ein Kennzeichen von Wissenschaftlern?
    Zum Wissen: Wenn Du schon um die Wirkung Deiner Worte wußtest, warum hast Du sie dann aufgeschrieben?

  7. Eindeutiges Ja zu 1, 2, 6 und 10. Bei 3 und 5 stehe ich mir noch selbst im Weg bzw. fehlt die Übung. 7 sehe ich anders, 8 und 9 verstehe bzw. kenne ich nicht. Danke für den Link – Anleitungen geben Sicherheit (nicht gekennzeichnetes Zitat, weil schon selber drauf gekommen).

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