Definitionsversuch Alter

Bin ich alt (genug)?

Das Ende. Die Definition von Alter für dieses Lerntagebuch und mein Vorhaben gestaltet sich schwieriger als zunächst vermutet. Wie hier bereits beschrieben, kann sich eine Forschungsarbeit sogar bis in das sogenannte hohe Alter, also kurz vor dem eigenen hundertjährigen Jubiliäum – sofern man es erlebt -, hinziehen. So lange möchte ich nicht warten! Etwa bis zur Rente, das bedeutet zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit genau 67 Jahren, soll mein Projekt erfolgreich abgeschlossen sein. Schließlich brauche ich noch etwas Restzeit für weitere Ziele.

Wann fängt das Alter an? Erik H. Eriksons Lebenszyklus-Modell zur Entwicklung der Identität gibt Antworten auf die Frage: „Wer bin ich (wann)?“ Demnach würde ich mich noch vor der wichtigsten Entwicklungsphase (Stufe 5: Identität gegen Identitätsverwirrung) befinden, weil ich mal wieder bin, was ich lerne? Nun, das sehe ich nicht ganz so eng, ist aber nicht das heutige Thema. Nach der Pubertät beginnt für Erikson das Erwachsenenalter. Dass dies noch nicht das Alter, nach dem ich suche, sein kann, muß nicht näher begründet werden. Nur Ausnahmetalente überspringen einige Klassenstufen und benötigen für das Studium wegen nicht erreichter Volljährigkeit die Erlaubnis ihrer Eltern. Da in dieser Definition das promotionsfähige Alter erfasst werden soll, muß ich mich auf die Zeitspanne von „nach dem Studium“ bis zur „Rente“ (s. o.) beziehen. Nächstes Problem: nach dem Studium kann bedeuten, gleich im Anschluß an das letzte Staatsexamen mit der Forschung zu beginnen. Das ist jedoch nicht gemeint, geht es doch oft mit dem Belegen einer wissenschaftlichen Stelle einher. Im Fernstudium ist zudem die Altersstruktur so heterogen, dass auch hier ein generelles Einstiegsalter nicht definiert werden kann. Wenn ich davon ausgehe, dass Studienabsolventen zunächst in ihrem Beruf arbeiten und eine Familie gründen wollen, dann könnte der früheste interessierende Beginn einer Forschungsarbeit bei ca. 30 Jahren Lebensalter liegen (s. a. Definition Berufstätigkeit).

Zusammenfassung. Das Alter der mittleren Lebensspanne (ab 30 Jahre bis 60/70 Jahre) soll in den folgenden Beiträgen als Grundlage für weitere Vorüberlegungen dienen.

Quelle: Popp, U., Tillmann, K.-J., Winnerling, S. (2010): Sozialisation – Eine Einführung. Studienbrief 03812 der FernUniversität in Hagen. Hagen

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2 Gedanken zu „Definitionsversuch Alter

  1. „Das Alter“ ist schwer zu definieren. Schon alleine der Spruch „man ist so alt, wie man sich fühlt“ zeigt wie schwammig diese Definition ist. Alter im Bezug auf Lernen ist an sich nochmal eine interessante Fragestellung. Wenn man lernt bzw. sich weiterbildet im Alter, hört man oft von Lernenden, dass ihnen der erneute Einsteig ins Lernen schwer fällt. Aber das müsste gar nicht so sein, denn im Alter kann man v.a. an Erfahrungen anknüpfen. Wenn ein Lernstoff für einen selbst interessant und wichtig erscheint, dann kann man auch im Alter noch Lernen – oder eben auch Forschen. Gibt es da überhaupt eine Grenze für ein Forschungsprojekt?

  2. Eine Grenze nach oben habe ich bisher nicht gefunden, nur Beispiele (s. a. „Warum?“), dass es eben sehr lange möglich sein kann. Das ist vermutlich in den jeweiligen Promotionsordnungen geregelt (nächste Baustelle). Außerdem wird es nach der Öffnung der Unis für Senioren wahrscheinlich schwierig werden, nicht-diskriminierende Altersgrenzen festzulegen.
    Eine Grenze nach unten, also dem Beginn eines Studiums, gibt es allerdings schon: so dürfen z. B. an der Universität Würzburg interessierte Menschen erst im Alter ab 55 Jahren ein Seniorenstudium beginnen.

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