Mensch in Sicht

Während verschiedener Selbstversuche in virtuellen Netzwerken frage ich mich oft, wie wohl der Mensch hinter einem bestimmten Klarnamen oder Pseudonym ist. Das kommt meiner Frage nach dem Mensch im oder hinter dem Wissenschaftler in Bezug auf das Blogthema sehr nahe. Die Frage, ob es möglich ist, eine Betreuung für eine Forschungsarbeit rein virtuell durch das Führen eines Weblogs zu finden, konnte ich in meiner Hausarbeit nicht beantworten. (Hier ein Schal in Grobstrick, fröhliches Kürzen und Layouten steht noch bevor: HA_Entwurf230212) Mir ist allerdings bewußt geworden, dass man Menschen tatsächlich etwas kennenlernen kann, ohne sie jemals “in echt” getroffen zu haben. Am Anfang dachte ich noch, das wäre eine Spezialität von Moodle, weil es ein halböffentliches System darstellt und ich manche Mitstudierende in Präsenzveranstaltungen traf, wo sich mein Eindruck von ihnen bestätigte. Aber, auch Twitter, Facebook und vor allem andere Blogs offenbaren menschliche Qualitäten. Spannend finde ich ja die Vermutung, dass sogar Menschen, die nichts oder wenig von sich preisgeben möchten, durch ihre möglichst sachlich gehaltenen Formulierungen trotzdem noch genügend über ihre Persönlichkeit aussagen. Im Beispiel einer Schreibberatung (hier und dazu gehörig hier) ist das für mich ganz offensichtlich der Fall. Nicht viel anders sieht die Sache aus, wenn ein oder mehrere  Pseudonym/e verwendet werden. Eine kleine Diskussion im Zusammenhang mit der Nutzung von Twitter findet sich im Blog von Monika E. König (hier). Glaubt man allerdings, die Sache mit den Klarnamen wäre durchsichtiger, ist das nur eine falsche Fährte. Crisp ist schließlich der Inbegriff von Schokolade und darum geht es im Beitrag von Christian Spannagel (hier) wirklich nicht. Tatsächlich könnten Anfänger wie ich dahinter zunächst ein corporate Blog vermuten. Gut, dass das nun geklärt ist. Völlig unklar hingegen ist für mich noch der Sinn hinter der Verwendung mehrerer Pseudonyme. Natürlich hat jeder Mensch mehrere Rollen in seinem Leben zu erfüllen. Als ob das nicht ausreichen würde, findet sich immer wieder eine Person mit mehreren Masken. Mir wäre das zu anstrengend, habe ich doch im Alltag schon so viel mit fremden und meinen eigenen Ichs zu tun, dass ich abends manchmal nicht mehr weiß, wer ich eigentlich bin. Läßt sich daraus der Umkehrschluß ableiten, dass Menschen mit mehreren virtuellen Namen im alltäglichen Leben nicht ausgelastet sind? Oder ist das ein Zeichen von besonderer Belastbarkeit? Beim Sortieren des Literaturverzeichnisses (dank des Schreibwerkstattkurses von Sabine Siemsen wird diese Arbeit ja nun überwiegend von Citavi übernommen, aber, obwohl von Natur aus neugierig, bin ich auch etwas misstrauisch gegenüber rein technischen Verfahren, ich lese da lieber noch mal selber) ist übrigens nicht zu übersehen: hinter jedem noch so sachlichen Text, wie es ein Verzeichnis darstellt, ist ein Mensch in Sicht.

Ja, ich will

Am Valentinsdienstag passierte es: “das Glück rennt hinterher” (1:40) – und ich rannte auf und davon. Wie es dazu kam? Seit einiger Zeit übe ich mich auf den Ratschlag eines Dozenten hin im Umgang mit sozialen Netzwerken. Das ist eine spannende Sache und sollte nach Beendigung der Selbstversuche hier noch einmal aufgegriffen Weiterlesen

Verständnisfrage

Jetzt kann ich nicht mehr an mich halten. Während ich mich durch fremde Blogs wühle, fällt mir auf, dass ich die Leute nicht verstehe. Es geht nicht um die kleinen Peinlichkeiten, wenn ich mal völlig daneben liege mit meinem Kommentar. Es ist vielmehr die Verwunderung darüber, mit welchen Fragen sich Menschen plagen, von denen ich meinte, dass gerade sie die Antworten schon gefunden haben müßten. Da gibt es z. B. Weiterlesen

Kleiner Schal

Wenn in einem Blog die Kommentare ausbleiben, kann das zur Deprivation beim Blogger führen (Schulmeister [2010] zitiert hier Krauss [2008], S. 2) und die Einstellung der Seite zur Folge haben. Nun, so weit ist es bei mir noch nicht und zwar allein aus dem Grunde, weil dieses Tagebuch erstaunlicherweise immer noch aufgerufen wird. Also schreibe ich Weiterlesen

Tachjen

Eben noch wollte ich es mir nach 13 Jahren Eingewöhnung in Bayern so richtig gemütlich machen, da trifft mich dieser Artikel über das Verbot verschiedener Begrüßungsformeln an einer Mittelschule in Passau. (Zur Erinnerung: in Passau nahm das verschärfte Rauchverbot seinen Anlauf in die gesamte Republik). Jetzt weiß ich endlich, warum ich als Weiterlesen

Geisterfahrer

Regensburg, -10°C (in Worten: minus, in der Sonne). Auf dem Weg zur Schule schlägt mir ein eiskalter Wind ins Gesicht – ich fahre mit dem Rad. Es begegnen mir nur Automobile und dick eingepackte Fußgänger. Ist das überhaupt erlaubt oder widerspricht das nicht dem Vermummungsgesetz? Bei meinem Tempo und den Bergen hier in der Weiterlesen

Aktiv oder Passiv

Das gibt’s doch gar nicht: frisch-fröhlich sonne ich mich noch im Erfolg meines Vortrages und will mich in dieser guten Stimmung an das Schreiben der Hausarbeit machen, da erreicht mich die Meldung, dass die Reflexion über die Arbeit mit dem Weblog auch in der Ich-Form geschrieben werden kann. Die Argumente dafür sind durchaus nachvollziehbar: Weiterlesen