Das war’s!

„Abstract“. Gesucht unD gefunden – Blogziel erreicht.

Unverschämtes Glück. Am Anfang wAr es pure Langeweile, aber sie brachte mir die Neugier zurück: War’s das? – In der WeihNachtszeit 2011 erhielt ich die ersten Kommentare von P9 auf ArtiKel in diesem Blog und ich erinnere mich noch sehr genau daran, wiE ich mich darüber wunderte: Was soll das? Ist das ein Witz? Das alles konnte unmögliCh ernst gemeint sein! Es wurde eine aufregende Zeit; lang genug, um Anlauf zu nehmen. – Der Geburtstag von Martin Luther im Jahr 2012 erschien mir ein geeignetes Datum, um P9 nach einer Zusammenarbeit zu fragen. EigentlicH war das wieder so ein Ding der Unmöglichkeit: Ein Thema – ein Wort – ein Widerspruch! Außerdem „kannte“ ich diese Person zwaR aus Blogbeiträgen und verschiedenen Videos. Doch umgekehrt hatte sie nicht die geringste Ahnung von mir. Wie verrückt muss man sein, bei dieser Konstellation eine Anfrage zu stellen? Gab es nicht -zig Leute, die scharf auf eine gemeinsame Arbeit mit diesem Menschen waren? Was wäre, wenn inzwischen ein anderer ausgerechnet „mein“ Thema von der Seite mit den vIelen Ideen bearbeiten durfte? Glücklicherweise kamen mir solche Bedenken in dieser Wucht erst, nachdem ich die Mail abgeschickt hatte und daS große Bibbern einsetzte.

Die Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten und am liebsten hätte ich die gute Nachricht soforT in einem Beitrag verbraten: Ich habe mein Blogziel erreicht! Strike! Es funktioniert! Doch das Pflänzchen war viel zu zart, um schon der Öffentlichkeit ausgesetzt zu werden; es konnte schließlich noch eIne Menge schiefgehen mit so vielen Unbekannten in nur einer Gleichung. In die Freude mischte sich nämlich bald wieder die Frage, warum dieser fremde Mensch mir beim Erreichen meiner Ziele behilflich sein wollte? Ich sehe das Vergnügen nur auf meiner Seite; den Rest kAnn ich mir bis heute nicht erklären. Woher kommt z. B. dieses grenzenlose Vertrauen? Aber eines habe ich inzwischen erkannt: Das Projekt trägt genau wie dieses Weblog sämtliche (!) Merkmale voN „Spiel“…

Die Formalien konnten innerhalb weniger Tage dank Jürgen Cholewa und Ann-Christin Elischer von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sowie Martina Wetzel, Sonja Tewinkel und Carola Babinecz von der Hochschule für Musik und Tanz Köln noch vor Weihnachten 2012 geklärt werden. Es begann eine wunderbare Zeit, die ich nur mit Büchern und Blogbeiträgen verbringen durfte. Doch immer wieder wurde dieser Rausch von den Zweifeln des Anfangs unterbrochen: WaS passiert, wenn P9 merkt, wie viel Wissen mir noch fehlt? Kann ich dieses Spiel gewinnen oder werde ich es versemmeln? Wie weit reicht die Geduld dieses Menschen in der Zusammenarbeit?

Im Mai 2013 war es dAnn erst einmal vorbei mit der Gemütlichkeit: Ich sollte beginnen, einen Forschungsplan zu schreiben, obwohl mich just in jenem Augenblick wieder das Gefühl der großen AhnuNgslosigkeit überfiel.

Am Tag des Hl. Nikolaus’ 2013 wurde der Plan schließlich eingetütet und abgeschickt. Es fühlte sich aN, als hätte ich dAs schönste Weihnachtsgeschenk bekommen.

Seit heute halte ich die MitteilunG in den Händen, dass ich offiziEll forschen darf, also, so ganz richtig. Und wenn einem so viel Gutes widerfährt, dann ist das einen kleinen Höhenflug wert. Tja, ein SpieL ist zwar zu Ende, aber das neue schließt sich praktisch nahtlos an. Freunde der gepflegten Forschung: Ich komme! *Honigkuchenpferdgrinsen*

Rückblick 2013: Spiele waren Favoriten

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2013 an.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 9.800 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 4 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

PV “Experteninterview und Qualitative Inhaltsanalyse”

Das Modul 2A „zieht sich“ bzw. ich “schiebe” es schon seit zwei Semestern. Zuerst wollte ich dafür ein eigenes Thema finden, obwohl ich mich schon vor zwei Jahren für die „Hörsaalspiele“ aus der „unbewachten Goldgrube“ (oh, umgezogen, jetzt hier) entschieden hatte. Seit einer Weile sichte ich Literatur zu diesem Thema und „hänge“ nun an verschiedenen Formulierungen in den Anforderungen zur Hausarbeit, die im Modulhandbuch aufgeführt sind. Glücklicherweise bietet die FernUniversität in Hagen ihren Studierenden Präsenzveranstaltungen (PV) zu verschiedenen Modulen an. Für 2A fand die Veranstaltung an diesem Wochenende in Erfurt unter der Leitung von Karin Krey statt. Der zweite Tag erschien mir dabei methodisch besonders geschickt geplant, mit vielen Beispielen sowie abwechslungs- und ergebnisreich.

Im Mittelpunkt des ersten Teils der PV standen allgemeine Fragen zum Wissenschaftlichen Arbeiten und speziell zu den qualitativen Methoden, z. B.: Was bedeutet „Empirische Sozialwissenschaft“? Warum ist die Inhaltsanalyse ein deduktives Verfahren? Wer kommt als Interviewperson (IP) in Frage? Was bedeutet „modifizieren der Hypothesen“? Welche Gütekriterien müssen in der qualitativen Forschung erfüllt sein? Warum benötigt man überhaupt Hypothesen? Ist z. B. das Alter der IP für die Forschungsfrage von Bedeutung und wie wird es möglichst unfallfrei erfragt?

Einige Besonderheiten im Modul 2A waren wichtig für mich. Die Quelle nach wörtlichen Zitaten mitten im Satz statt erst an dessen Ende zu nennen oder Ziffern schon ab zehn in Zahlen zu schreiben wäre mir z. B. nicht in den Sinn gekommen. Entsprechend verwirrt war ich am Ende des ersten Tages. Die Auflösung erhielt ich später von Maik. Das zählt eben zu den Vorteilen solcher Veranstaltungen: Man lernt neben den Dozenten auch die Mitstudierenden ‘mal “in echt” kennen, wie z. B. Daniela und Marc.

Der zweite Tag begann mit einer freiwilligen (!) Aufgabe: Wir sollten aus einem kurzen Text eine Hypothese ableiten, diese Ableitung in zwei Sätzen begründen und dabei ein wörtliches Zitat verwenden. Die Herausforderung dabei bestand für mich (1) im frühen Vormittag, (2) der Zeitvorgabe und (3) dem Wort „ableiten“. Wir durften die Lösung anonym abgeben und das fand ich sehr gut! Die folgende Gruppenarbeit, aus einer vorgegebenen Forschungsfrage mögliche Themen und Fragen für den Leitfaden zu entwickeln sowie damit im Rollenspiel (!) ein Interview zu führen, erledigte ich mit Anna und La Go. Ich fing an, mich mit der Methode wohl zu fühlen und im Rückblick meine ich, dass dies auch an der Spielsituation gelegen hat. Das „Spiel“ ist einfach mein Thema!

Nach einigen technischen Tipps zur Aufnahme des Interviews konnten wir zum Abschluss anhand eines kurzen Auszugs aus einem Transkript die Bildung von Kategorien nach Mayring üben. Das machte mehr Spaß, als anfangs von mir erwartet und brachte mich zusammen mit der Auswertung der Einzel- und Gruppenarbeiten auf den Gedanken, endlich damit zu beginnen, die Spiele „einzutüten“.

Zu viel des Guten – #ecb13

Es war schlicht unmöglich, mich dem Charme von @martinriemer zu entziehen. Ursprünglich wollte ich nur ein wenig davon mitbekommen, was ein BarCamp ist und wie es wirklich funktioniert. Naja, und dann war da noch ein Tweet von @mschaki, der mich einfach neugierig machte, meinen Studienkollegen ‘mal „in echt“ kennenzulernen. Das EduCamp in Berlin schien mir dafür geeignet und so schlich ich mich am Sonnabend (so heißt der Samstag in Norddeutschland) um kurz vor zehn Uhr in die Heinrich-von-Stephan Reformpädagogische Gemeinschaftsschule Berlin an vielen, fremden Menschen vorbei bis zur Anmeldung. Kaum hatte ich den üblichen Notruf getwittert („Wo seid Ihr?“), stand Martin plötzlich wie aus dem Nichts vor mir. Der eigentliche Schreck aber war, dass er tatsächlich so sympathisch war, wie seine Fotos und Tweets es vermuten ließen. Keine Ahnung, warum mich das so verwunderte. Jedenfalls hielt ich auf einmal eine Teilnehmerkarte in der Hand und just in diesem Augenblick traf ich auf @Teufelchen2409 und @dunkelmunkel. Die Freude über das Wiedersehen währte nur kurz und endete abrupt mit der Frage, welche Session ich denn anbieten würde. Das konnte nur ein Witz sein und trotzdem lief mir ein eiskalter Schauer über den Rücken. Ich erinnerte mich an die Punktlandung zu Beginn meines letzten Vortrages und löste damit den Fluchtreflex aus. Ein Tweet von @lammatini holte mich zurück in die Schule. Meine Neugier war einfach zu groß und diese Chance des Kennenlernens einmalig! Ich stapfte also in die Aula und stellte mich unauffällig in die Ecke neben der Tür, um – ich gestehe – die Teilnehmer zu beobachten. Doch es war offensichtlich nicht unauffällig genug, denn da kam diese Frau vom anderen Ende des Saales auf mich zu und ich ahnte sofort: Das kann nur Corinna sein. Auch dieses Mal war ich erschrocken bis in die Haarspitzen, denn sie entsprach optisch überhaupt nicht ihrem Avatar auf Twitter und den damit verbundenen Vorstellungen, die ich mir von ihr gemacht hatte. Vermutlich hat sie meine Überforderung beim Aufeinandertreffen von virtueller Realität und f2f-Begegnung erkannt, denn sie überließ mich bald freundlich meiner Eckensteherei. Da eröffnete auch schon @Literatenmelu das #ecb13 und ich konnte weiter in Ruhe einfach nur schauen. Sitzt dort am Fenster nicht @biwifuhagen, mit dem ich über mehrere Semester im Tutorenteam zusammengearbeitet habe? Nein, kleine Verwechselung mit einem Unbekannten. In der Vorstellungsrunde entdeckte ich ihn dann aber doch, gleich neben @mschaki. Dessen Begrüßung fiel für mein Empfinden etwas knapp aus, aber das kann auch an der leicht überfallartigen Annäherung meinerseits gelegen haben. Auf jeden Fall war ich jedoch im weiteren Verlauf sehr erstaunt darüber, dass weitere „Bekannte“ in diesem Raum saßen und sich ebenfalls kurz vorstellten, z. B. @acwagner, @herrlarbig, @woxl, @ciffi, @ralpha und @anjalorenz. Zu all diesen Menschen fiel mir sofort eine kleine (Twitter)Geschichte ein, so dass es mir bald unmöglich wurde, den anderen Teilnehmern zuzuhören, geschweige denn, mich für eine der angebotenen Sessions zu entscheiden. Schön, Euch gesehen und gehört zu haben. Für mehr reicht es bei mir derzeit noch nicht. Kaum zu glauben, aber es war einfach zu viel des Guten.

Meine Not mit den Noten

Es twittert. Heute zog in meiner Timeline mal wieder das Thema „Noten und Leistungsmessung in der Schule“ auf. @apfelweiss und @Herr_Rau diskutierten über den Sinn oder Unsinn der Notengebung und das ließ mich natürlich nicht kalt. 140 Zeichen sind nun allerdings doch zu wenig, meinen Standpunkt zu erklären.

Es hagelt. Das Schuljahr ist erst wenige Wochen alt und schon gibt es bei einigen Schülern und Eltern Frust pur, wenn Bewertungen von Leistungen rot auf weiß eintrudeln. Nicht nur für die „Volltreffer“ ist das ein schlechter Start. Es gibt schließlich auch Familien, in denen man sich über eine Zwei ärgern kann.

Es unbefriedigt. Wie fühlen sich eigentlich Lehrer, wenn sie schlechte Noten vergeben? Für mich war es die Hölle! Ich hatte die Schüler und deren Eltern bei der Korrektur von schriftlichen Arbeiten bildlich vor mir. Außerdem fragte ich mich immer wieder, wie groß mein Anteil an der Leistung war. Mündliche Leistungen zu bewerten finde ich einerseits schwieriger, andererseits schöner. Beides aus dem gleichen Grund: Man kann den Schülern in einem Gespräch das Brett vor’m Kopf nehmen, bis sie zeigen, was sie wirklich können.

Es ärgert. Was mich am meisten bei diesem Thema stört, liegt im System selbst. Erwachsene fordern von Kindern und Jugendlichen in einer wichtigen Entwicklungsphase, was sie selbst nicht liefern müssen. Kaum ein Mensch außerhalb der Schule wird genötigt, sich 1. auf jede Stunde des nächsten Arbeitstages überaus genau vorzubereiten und 2. mit der (ängstlichen) Erwartung zu leben, in jeder dieser Stunden (unverhofft) bewertet werden zu können. Zehn Jahre lang oder mehr.

Es fragt. Warum machen wir das? Weil es schon immer so war? Weil „die Wirtschaft“ das fordert? Weil die Kinder benotet werden wollen? Sind wir noch ganz bei Trost?

Es war. Als ich zur Schule ging, hatten „Noten“ in Klassenarbeiten und auf dem Zeugnis den Namen „Zensuren“. Das Verb „zensieren“ stammt laut Herkunftswörterbuch aus dem 16. Jahrhundert und bedeutet „begutachten, schätzen, taxieren, beurteilen“. Eine „Zensur“ ist die „behördliche Prüfung und Überwachung von Druckschriften; Bewertung einer Leistung, Note“ (S. 943).

Es ist. Mit dem „Tag der Deutschen Einheit“ wurden „Zensuren“ zu „Noten“. Eine „Note“ ist nach der o. g. Quelle ein „Kennzeichen, Merkzeichen, Schriftstück“ mit vielen anderen Bedeutungen wie Fußnote, Banknote oder „musikalisches Tonzeichen“ (S. 563f.).

Es irritiert. Ob ich eine Bewertung „Note“ oder „Zensur“ nenne, ist im Ergebnis wohl so ziemlich egal. Der schlechte Beigeschmack bleibt. Oder möchten Schüler ein „Kennzeichen“ bekommen?

Es misst. Nicht erst beim Korrekturverfahren geht mir der Sinn der Sache verloren. Wir suchen nach Fehlern! Diese Defizitorientierung widerspricht völlig meiner Einstellung zum Lehrersein. Warum steht unter Klassenarbeiten nicht: „Prima! Du hast schon die Hälfte geschafft!“ statt „4 minus“?

Es wächst. Am Anfang meines Schülerlebens schnappte ich einen Gesprächsfetzen zwischen zwei Lehrern auf. Einer sagte: „Meine Schüler bekommen alle in der ersten Stunde eine Eins mit der Aufgabe, diese Note bis zum Schuljahresende zu halten.“ Der Satz verfolgt mich bis heute. Ich habe ihn bei Schülern in einem Gymnasium ausprobiert und es wurde eine schöne Zeit.

Es funktioniert. Inzwischen brauche ich Noten im Unterricht nur noch zum Spielen. Ich empfinde das als Privileg. Die Fortschritte sind erkennbar, denn die Schüler können sich nach einfachen Kriterien selbst einschätzen. Die Schülereltern bekommen ebenfalls Vorschläge, wie sie die Leistung ihrer Kinder erkennen und vor allem würdigen können. Anerkennung ist aus meiner Sicht übrigens ein springender Punkt in dieser Diskussion um Noten und Leistungsmessung. Jeder Erwachsene möchte, dass seine Anstrengungen belohnt oder wenigstens bemerkt werden. Das ist bei Schülern nicht anders. Deshalb gibt es nach der Selbsteinschätzung eine Diskussion über das Ergebnis innerhalb der Klasse. Letztlich erhalten meine Schüler die Möglichkeit, ihr Können in der Öffentlichkeit vorzustellen. Das Prinzip der Freiwilligkeit findet seinen Höhepunkt darin, dass die Schüler den Unterricht bei mir jederzeit beenden können. Gegenseitige Wertschätzung und Freiwilligkeit sind aber nicht nur für das Lernen von Bedeutung. Sie machen mir das Leben leichter – nicht nur in der Schule.

Noch ein MOOC

Die Sache mit den MOOCs kam mir anfangs ja etwas verdächtig vor (hier, hier und hier). Nachdem ich nun aber selber solch einen Kurs mitgemacht habe (hier und hier), halte ich diese Art von Lehrveranstaltung für eine gute Idee. Für ein Fernstudium ist das einfach eine schöne Ergänzung zu Studientexten und Moodle. Anstrengend und lustig war’s aber auch… Nun rückt der nächste MOOC, nein sogar ein Doppel-MOOC, an. Dieser Kurs ist schon vor Beginn so spannend, dass man fast neidisch werden könnte auf alle, die sich für Mathematik interessieren. Aber, aber, aber: “Mathematik ist für mich…”

Rein statistisch gesehen ist es natürlich blöd, diesen Link zu teilen. Ich weiß, dass dadurch die Gewinnchancen für all die schönen Videos dort erheblich geschmälert werden. Aber, die Idee ist einfach zu gut, um sie für mich zu behalten. ;)

DaF – Nachschlag zum #ExIF13

Ist der Ruf erst ruiniert, … kann man schreiben, was und wie man will. Diese Freiheit nehme ich mir mit dem heutigen Beitrag. Im Rückblick zum cMOOC der FernUni Hagen habe ich es auf die diplomatische Tour versucht, aber da lag das Kind nach fünf Artikeln schon im Brunnen…

Sebastian Vogt und Markus Deimann haben mit „Nach der Expedition ist vor der Expedition“ noch einmal kräftig nachgelegt, indem sie die Höhepunkte jeder einzelnen Sendung zusammentrugen. Knapp 200 Follower sammelte der Kurs per Twitter ein und das entspricht immerhin einer mittleren Hörsaalgröße! Von den vermuteten undercover-Zuschauern ganz zu schweigen. Das war der inhaltliche Teil, aber es gehört natürlich auch die Form zu einem Kurs. In dieser Nachschlag-Sendung klappte mir des öfteren die Kinnlade ‘runter, denn dieses Mal waren hinter den Wissenschaftlern Menschen in Sicht. Schon am Anfang hätte ich mich kugeln können vor Lachen („Mensch, wo hab ich denn nur dieses Buch von Alemann … Ach, hier ist es!“), aber auch nach dem suchenden Einstieg mit Karte und Taschenlampe waren noch einige Überraschungen dabei. Die Dozenten ließen nämlich ihre Hüllen fallen! Mir ist klar, dass ein Jacket allein noch keinen guten Vortrag macht. Umgekehrt bedeutet das aber, dass man auch ohne Sakko durchaus seriös Wissen vermitteln kann.

Es war schon von Folge zu Folge eine zunehmende Lockerheit bei beiden Dozenten erkennbar und jetzt erst recht keine Spur mehr vom Spiel: Wer zuerst lacht, hat verloren. Doch ich habe sie fast nicht wiedererkannt! Auch sprachlich war das für mich die beste Sendung: Genuss statt Genuschel. Eine schöne Entwicklung, wenn ich das mal so sagen darf. Klar darf ich, denn „das ist mein Text“.

Etwas wankelmütig wurde ich kurzzeitig, als es hieß, wir sollen uns nicht im Studierstübchen vergraben. Das war mein ursprünglicher Plan, still und leise vor mich hin zu forschen. Beinahe im Sinne von „Lernen durch Schmerz“ wird mir jedoch immer klarer, dass es so nicht geht. „Forschungsökonomie“, „flow“ und „Spaß“ – diese Begriffe aus der Sendung fanden bei mir sofort Gehör. Bei den anderen Teilnehmern sicher auch und so würde es mich nicht wundern, wenn die „mannen met baarden“, wie es in einem Lied aus Holland heißt, nun Anfragen ohne Ende bzgl. der Betreuung von Forschungsarbeiten erhielten. Meine gesammelten Vorurteile muss ich wohl einpacken, denn ich vermute, Vogt und Deimann würden nicht so ungeschickt auf forschungswillige Studenten reagieren, wie ich es bei einigen Dozenten erfahren habe.

Nun heißt es also auch von mir „Deckel zu“ und vielen Dank für das überraschende Date am Freitag in Form einer rundum gelungenen Nachschlag-Sendung. Improvisation ist nicht nur musikalisch gesehen für mich das Sahnehäubchen!

cMOOC #ExIF13 „Entdecke die Insel der Forschung“ Teil 6

Das war’s. Aus und vorbei für den cMOOC #ExIF13 „Entdecke die Insel der Forschung“ von der FernUni Hagen. Bereits die Ankündigung zum „Finale Furioso“ hatte für mich einen starken Bezug zur Musik. In Teil 6 „Auf den Punkt gebracht: Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?“ mit Frank Hillebrandt ging es dann auch tatsächlich musikalisch zu. Wer hätte gedacht, dass in dieser Sendung gleich zwei Musikliebhaber die Bühne betreten? Vielleicht die @Schaerferin?

SchäferinEine Zusammenfassung der Sendung kann ich mir an dieser Stelle sparen, denn sie wurde bereits im Blog von @Amirabei geliefert. Dort ist ebenfalls die Wochenaufgabe enthalten, die mich ziemlich frustriert. Es geht darum, wissenschaftliche Aufsätze zusammenzutragen, die uns/mich zur Forschung inspiriert haben. Die Auswahl soll begründet werden.

Tja, und weil es kein wissenschaftlicher Artikel war, der meinen Wunsch zu forschen angeregt hat, kann ich die letzte Aufgabe nicht lösen. Das ist für mich demotivierend. Andererseits bedeutet „Inspiration“ auch „Ermutigung“ und davon fand ich in diesem Buch eine Menge von Beispielen, die man gutwillig als Aufsätze bezeichnen könnte. Darin wird u. a. beschrieben, dass das, was ich vorhabe, tatsächlich funktionieren kann. @Filzflausch hat die Aufgabe übrigens in ihrem Blog so gelöst.

Für einen kurzen Rückblick auf den cMOOC „Expedition zur Insel der Forschung“ von der FernUniversität in Hagen parke ich hier ‘mal alle bisherigen Themen:

Teil 1 Was ist wissenschaftliches Arbeiten? mit Theo Bastiaens,

Teil 2 Wie funktioniert eine Literaturrecherche? mit Dirk Eisengräber-Pabst,

Teil 3 Wozu brauche ich eine Forschungsfrage? mit Karin Krey,

Teil 4 Wie findet man methodisch Antworten auf die Forschungsfrage? mit Hans-Georg Sonnenberg,

Teil 5 Wozu braucht man ab und an Mathematik im Forschungsprozess? mit Günter Hohlfeld und

Teil 6 Auf den Punkt gebracht: Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit? mit Frank Hillebrandt.

Sechs Wochen lang führten Sebastian Vogt und Markus Deimann mit ihren Gästen die Teilnehmer durch den Kurs. Dabei fällt mir auf, dass Karin Krey als einzige Frau einen Impulsvortrag hielt. Der zeitliche Rahmen von ca. 30 Minuten in den ersten vier Teilen war für mich optimal. Mit der Möglichkeit, sich während der Sendungen per Twitter unter dem Hashtag #exif13 mit anderen Teilnehmern auszutauschen und Fragen an das @ExiF-Team zu stellen, wurden die Zuschauer zum Mitdenken angeregt. Das ist eine gute Idee, die jedoch ein wenig Aufmerksamkeit von der Sendung abzieht. Die Frage ist, wie man dieses Problem löst?

Durch die wöchentlichen Aufgaben habe ich mich endlich erfolgreich mit YouTube, Google + und Pearltrees beschäftigt. Das kann man sicher unter dem Begriff „Mehrwert“ ablegen. Besonders viel Spaß hat mir dabei die Auseinandersetzung mit der Videoproduktion gemacht.

Grundsätzlich kann man das, was im MOOC über wissenschaftliches Arbeiten zu erfahren war, natürlich auch in Büchern lesen. Dort würde man allerdings nicht die MOOC-Musik hören und einige Dozenten der FernUni in Aktion erleben können. Das hat mir gut gefallen. Etwas wehmütig bin ich trotz der zeitlichen Entlastung durch das Kursende nun aber doch. Das DaD (“Date am Donnerstag”) mit den anderen Teilnehmern auf Twitter war nämlich auch ein lustiger Termin. Kurzfristig schöpfte ich Hoffnung, als es zum Abschluß hieß: „Wir sehen uns bald wieder“. Aber, wo und wann soll das sein?

cMOOC #ExIF13 „Entdecke die Insel der Forschung“ Teil 5

Für alle, die die bisherigen Themen des cMOOCs „Expedition zur Insel der Forschung“ von der FernUniversität in Hagen verpasst haben sollten, hier eine Rückblende: Teil 1 Was ist wissenschaftliches Arbeiten?, Teil 2 Wie funktioniert eine Literaturrecherche?, Teil 3 Wozu brauche ich eine Forschungsfrage? und Teil 4 Wie findet man methodisch Antworten auf die Forschungsfrage?.

Vor Beginn des fünften Teils hat @ScienFormazione mit der Frage, wer wohl den Impulsvortrag halten würde, per Twitter ein spontanes Ratespiel losgetreten. Mir fiel sofort Hans-Joachim Mittag aus dem Statistik-Modul ein, den ich gern mal “in echt” auf dem Schirm gesehen hätte. Gewonnen hat schließlich @mschaki mit seinem Hinweis auf einen “Meister der Zahlen”. Teil 5 beschäftigt sich also mit der Frage: „Wozu braucht man ab und an Mathematik im Forschungsprozess?“. Sebastian Vogt und Markus Deimann haben sich in dieser Folge den „Großmeister der Zahlen“ Günter Hohlfeld eingeladen und als Experte war er mit seinem Vortrag fast in Vorlesungslänge nicht nur ein zeitlicher Ausreißer nach oben. Hohlfelds Begeisterung für Zahlen, Formeln und Statistik sprang mir förmlich aus dem Bildschirm entgegen. Mit seinem Hang zur “positiven Annahme” scheint er vorläufig meine geheime Hypothese zu bestätigen, dass Mathematiker an sich optimistische Menschen sind. Misstrauisch werde ich allerdings, wenn ein Profi sagt, dass etwas “ganz einfach” sei. ;)

Die Aufgabe für diese Woche besteht darin, (lustige) Statistik-Videos zu finden und eine gemeinsame Playlist zu erstellen. Der erste Teil ist für mich noch relativ einfach, weil ich vor einem Jahr hier schon einige Schätze gesammelt habe. Ein paar witzige Sachen sind auch dabei, aber das Beste kam im Anschluss an den Impulsbeitrag von @Cornelia_mit_C per Twitter, nämlich der Link zum Video Gunkl über Statistik – und den finde ich tatsächlich lustig.

Ganz aktuell im Netz findet sich der Mitschnitt einer Vorlesung: Kombinatorik – Die Kunst des Zählens von Christian Spannagel und gleich daneben weitere Links zu Mathe-Videos. Tja, und weil das mit der Auswahl bei der schier endlosen Vielzahl nicht ganz einfach sein dürfte, ist hier noch eine kleine Analyse von Mathe-Videos im Web, die in Vorbereitung eines Doppel-MOOC von den Mathe-MOOC-Machern erstellt wurde. Auf diesen MOOC bin ich ja schon aus Prinzip neugierig.

Die gesammelten Werke und Diskussionen der Teilnehmenden zum cMOOC der FernUni können in der Google+-Gruppe #ExIF13 nachgelesen werden. Und, wie in der Vorschau vermerkt, findet der letzte Teil am Donnerstag, dem 18.7.2013, um 18.00 Uhr, mit dem Thema: „Auf den Punkt gebracht: Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?“ statt. Natürlich wieder mit Begleitung auf Twitter unter dem Hashtag #exif13. So, ich höre jetzt noch ‘ne Runde die Musik zum MOOC und danach versuche ich, mich mit den anderen zusammenzurotten, um die Playlist in Angriff zu nehmen. Erste Vorbereitungen dazu gibt es nämlich bereits von @mschaki, @filzflausch, @Amirabai und @Mindjump unter dem Hashtag #exif13play – da kann ich ja schon aus rein spielerischen Gründen nicht widerstehen. ;)

cMOOC #ExIF13 „Entdecke die Insel der Forschung“ Teil 4

Eine kurze Rückblende auf alle bisherigen Themen des cMOOCs „Expedition zur Insel der Forschung“ von der FernUniversität in Hagen: Teil 1 Was ist wissenschaftliches Arbeiten?, Teil 2 Wie funktioniert eine Literaturrecherche? und Teil 3 Wozu brauche ich eine Forschungsfrage?.

Vor dem vierten Teil gab es ein Wiedersehen per Video mit Rainer Jansen („vertunsesichmalnicht“) und Themen aus dem Modul 1B. Sein Hinweis, auf die „Rahmenbedingungen“ eines Autors und seiner Theorie während der Entstehung zu achten, erinnert mich immer wieder z. B. an die Bedeutung des Vorwortes in einem (Lehr-)Buch.

Ohne technische Schwierigkeiten (ich darf das nach dem Desaster vom letzten Mal hervorheben) begann der Videostream mit einer kleinen Überraschung: Markus Deimann und Sebastian Vogt haben einfach die Plätze getauscht! Nein, das ist an sich kein großes Thema, aber als es mir auffiel, habe ich mich ein wenig darüber gewundert, wie schnell man sich doch als Zuschauer an eine bestimmte Ordnung gewöhnen kann. Tja, und weil Gewöhnung in der Lehre gaaaanz gefährlich ist, war der Tausch ein ziemlich geschickter Schachzug! Ein Glück aber, dass wenigstens die Musik zum MOOC nach der Halbzeit noch dieselbe ist.

Um Musik ging es dann auch im Impulsvortrag von Hans-Georg Sonnenberg zum Thema: „Wie findet man methodisch Antworten auf die Forschungsfrage?“. Außerdem wurde die heimliche Frage beantwortet, was Sonnenberg im Schlafzimmer trägt. Aber, im Ernst: So ein Schlafprofil, kurz vor der Klausur erstellt, ist bestimmt lustig. Bei den Begriffen „Schlüsselqualifikation“ und „Kompetenzen“ drängelt sich bei mir ja immer noch das „Einmaleins der Skepsis“ in den Vordergrund, doch die Betonung der Zusammenarbeit von Betreuern und Schreibenden im Sinne eines „Dialogs“ gefällt mir sehr gut. Die Frage nach der Überlegenheit einer bestimmten Methode (qualitativ vs. quantitativ) hat Sonnenberg überzeugend beantwortet. Er kann sich vorstellen, seine „Zeit sinnvoller zu verbringen, als mit Streit über die bessere Methode“.

Die Aufgabe für diese Woche besteht darin, Untersuchungen zu finden, in denen spannende Methoden verwendet werden. Dabei dachte ich sofort an das aktuelle Projekt “Eyetracking“ aus dem Blog von Florian Schimpf.

Was ich bisher noch gar nicht mitbekommen hatte, ist die Möglichkeit, für die Teilnahme am cMOOC ein Zertifikat zu erhalten. Weil ich den Kurs nur aus persönlichem Interesse verfolge, frage ich mich, wozu die Teilnahmebescheinigung nützlich sein könnte. Schließlich will ich mich später nicht darüber ärgern müssen, vielleicht eine Chance verpasst zu haben.

Die gesammelten Werke und Diskussionen der Teilnehmenden zum cMOOC der FernUni finden sich übrigens in der Google+-Gruppe #ExIF13. Und wer jetzt neugierig geworden ist, für den gibt es die Vorschau auf die letzten beiden Termine: Teil 5 am Donnerstag, dem 11.7.2013, um 18.00 Uhr, mit dem Thema: „Wozu braucht man ab und an Mathematik im Forschungsprozess?“ und Teil 6 am Donnerstag, dem 18.7.2013, um 18.00 Uhr, Das Thema: „Auf den Punkt gebracht: Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?“. Dabei sollte natürlich Twitter unter dem Hashtag #exif13 nicht vergessen werden! ;)

cMOOC #ExIF13 „Entdecke die Insel der Forschung“ Teil 3

Was bisher geschah: Der erste und zweite Teil des cMOOCs „Expedition zur Insel der Forschung“ von der FernUniversität in Hagen zu den Themen „Was ist wissenschaftliches Arbeiten?“ und „Wie funktioniert eine Literaturrecherche?“ ist wohl noch den meisten Teilnehmern in Erinnerung.

Den dritten Teil „Wozu brauche ich eine Forschungsfrage?“ konnte ich leider nur per Twitter verfolgen. Sämtliche Links funktionierten bei mir nicht und zwischenzeitlich verabschiedete sich gleich das gesamte PC-Programm. Aber, die Aufzeichnung der Sendung war so schnell wie schon beim letzten Mal online zugänglich.

Nun ja, seit Monaten suche ich also nach der Frage im Heuhaufen und Karin Krey von der FernUni in Hagen erklärt in ihrem Vortrag, warum eine Forschungsfrage überhaupt so wichtig ist: Diese soll eigentlich vom „Berg der Konfusion“ führen. Es müssen dafür allerdings vier Hürden überwunden werden, damit aus der Frage eine richtig gute Forschungsfrage wird. Ich schaue ‘mal auf meine bisherigen Fragen für das Modul 2A und stelle beruhigt fest, dass sie die erwähnten W-Fragewörter enthalten. Sie schaffen damit den gewünschten „Antwortspielraum“ und „Spiel“ ist ja schon mal ein gutes Stichwort! Ob sie allerdings auch beantwortbar sind oder andere Wissenschaftler interessieren, weiß ich nicht. Wie finde ich das vor der Untersuchung heraus? Tja, und wenn es mir auch gelingen sollte, einzelne Merkmale einer guten Forschungsfrage darin zu erkennen, bleibt immer noch das Problem, dass die vier genannten Punkte gleichzeitig auftreten sollen. Hmm, jetzt wird’s eng. Da muss ich gleich noch ‘mal gucken…

Markus Deimann und Sebastian Vogt hatten am Schluss der Sendung wie üblich einen Wunsch an die Teilnehmer. Es sollen prägende Forschungsfragen aus dem eigenen Fachgebiet gefunden werden. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Auftrag richtig verstanden habe. Aber, eine von mehreren spannenden Forschungsfragen fand ich in der Arbeit „Determinanten der Wirksamkeit akademischer Lehrveranstaltungen“ von Adi Winteler (1973). Darin fragt der Autor: „Sind die Formen des gegenwärtig existierenden Hochschulunterrichts geeignet, die Entwicklung wissenschaftlichen Verhaltens zu fördern?“ (S. 26). Winteler gelangte in seiner Untersuchung u. a. zu dem Ergebnis, dass Vorlesungen „am wenigsten“ dafür geeignet sind, „Intrinsische Motivation sich entwickeln zu lassen, sie zu fördern und zu erhöhen“ (S. 180). Seit 40 Jahren ist dieser Fakt also bekannt und trotzdem gibt es sie noch, die klassischen Vorlesungen. Kann nur ich darüber staunen?

Film ab! ;)

@mons7 hat es ‘mal wieder geschafft, mich für eine spaßige Aktion zu begeistern! Nach dem kurzen Videobeitrag zum cMOOC „Expedition zu Insel der Forschung“ (#ExIF13) der FernUni in Hagen zum Thema „Literaturrecherche“ (hier) fragte sie per Twitter, ob ich dazu nicht einen „Making-of-Beitrag“ machen könnte. Auf Nachfrage erklärte sie mir gleich, was es mit solchen Beiträgen auf sich hat. Etwas verwundert war ich schon darüber, denn Monika ist schließlich ein Profi und ich konnte mir nicht vorstellen, was sie daran interessiert. Aber auch das hat sie mir geduldig erläutert. In 140 Zeichen wohlgemerkt!

Inzwischen erreichte mich von @ScienFormatione die Frage, wie so ein Projekt durchgeführt wird (hier) und auch bei @Amirabei klang in einem Tweet der Wunsch an, selber eine Videobotschaft zu verfassen (hier). Als schließlich noch @Fbernau und @Filzflausch ihr Interesse an einer Videobotschaft mit Anleitung verlauten ließen (hier), hatte ich mich schon längst entschieden.

Hier ist das Ergebnis:

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cMOOC #ExIF13 „Entdecke die Insel der Forschung“ Teil 2

Donnerstage sind bei mir meistens krachend voll gepackt. Wach werden nicht vor Sonnenuntergang und Temperaturen von 35°C im Schatten – in dieser dösigen Stimmung wollte ich den cMOOC der FernUni in Hagen mit dem Thema „Literaturrecherche“ verfolgen. Aber, was war das denn? Eine 180-Grad-Wendung vom ersten zum zweiten Teil?

Es begann alles ganz harmlos, nein, eher angenehm und spielerisch-leicht. (Wie machen die Leute das in dieser Hitze?) Einige Netzfunde der Teilnehmer wurden vorgestellt, wobei mir die gezeichnete Karte zur Insel der Forschung von Angelika Mogk besonders gut gefiel. Da studiert man semesterlang nebeneinander her und merkt erst durch eine solche Veranstaltung, welche Talente in der FernUni schlummern! Einen ähnlichen Schatz haben Markus Deimann und Sebastian Vogt gehoben, der in Person von Dirk Eisengräber-Pabst plötzlich von der Seite in das Thema einstieg. Mit einem knackigen, sprachlich gewandten Vortrag schloss er nach der Wiederholung einiger Videosequenzen von Theo Bastiaens aus dem ersten Teil des cMOOCs an das Thema „Literaturrecherche“ an. Es war nicht alles neu für mich, aber mir wurde, auch durch die treffende Animation mit „Bötchen“ und Kutter bewusst, wo meine Schwächen in der bisherigen Suche nach passender Literatur liegen. In diesem Sinne heißt es jetzt für mich, ‘mal „etwas Butter bei die Fische“ zu geben und die technischen Möglichkeiten auszureizen. Dass die Kataloge ursprünglich für die bibliothekseigene Nutzung erstellt wurden, wusste ich nicht und fand das sehr spannend.

Respekt, Männer, Ihr habt mir mit diesem zweiten Teil gezeigt, „wo da Barth’l sei Most hoilt“! Selten habe ich an einer (Hoch-)Schule erlebt, dass Feedback nicht nur wahrgenommen, sondern darauf prompt und ohne Sanktionen reagiert wird. Kann man bei so viel Entgegenkommen noch den kleinsten Widerstand leisten, wenn es um die „Hausaufgabe“ geht? Als ich das Wort „Videobotschaft“ in der Aufgabenstellung hörte, war der Ofen jedenfalls erst ‘mal aus. Nach einer Weile hatte ich aber keine Lust mehr, mich ständig von meinem unterirdischen Verhältnis zur Technik ausbremsen zu lassen. Außerdem war ich zu neugierig, wie die Sache funktioniert. Und, wenn es inhaltlich auch keine bahnbrechenden Neuigkeiten verrät, so habe ich es wenigstens probiert.

Tja, was soll ich sagen? Es hat einfach Spaß gemacht! Starthilfe bekam ich bei dem Projekt von @flosa11 und @CaroFNG. Als das Teil fertig war – an meine ehemaligen Sprecherziehungslehrer: Die Fehler höre ich selber, aber ich will mit dem Filmchen nur ein einziges Mal Mut zur Unperfektion trainieren – und es an die Veröffentlichung ging, erhielt ich unerwartet seelisch-moralische Unterstützung per Twitter von @mindjump, @Filzflausch, @mons7 und @woxl. Euch allen vielen Dank dafür! Hier ist also ‘mal wieder ein Erstlingswerk mit meiner Antwort auf die Frage: “Wie recherchiere ich Literatur?”.

PS: Die nächsten Themen und Termine zum cMOOC der FernUni in Hagen gibt es hier.

cMOOC #ExIF13 „Entdecke die Insel der Forschung“ Teil 1

Rundumentschuldigung. Der verfrühte Fehlstart dieses Beitrages rief einige verwunderte Reaktionen hervor. Die Verwirklichung eines solchen technischen Alptraumes kann man überleben, aber die dadurch hervorgerufene Irritation tut mir leid.

                                                                                                                                      Nach dem #mmc13 konnte ich mir ja schon einigermaßen vorstellen, was es mit einem MOOC auf sich hat. Das Thema „Wissenschaftliches Arbeiten“ interessiert mich sowieso und Tag sowie Uhrzeit passten mir im Gegensatz zu der Beschreibung im Blog von Eva zufällig prima in den Plan. Da lag es also nahe, sich den ersten Teil des cMOOCs von der FernUni Hagen anzusehen. Es begann mit einem kleinen technischen Kampf. Das ist nichts Neues für mich, aber irgendwann hatte ich den Einstieg in den Livestream tatsächlich geschafft. Gut, dass die FernUni eine Aufzeichnung zur Verfügung gestellt hat, so konnte ich mir nämlich den verpassten Anfang trotzdem noch ansehen!

                                                                                                                                       Der Impulsvortrag von Theo Bastiaens gliedert sich in drei Teile (Zusammenhang von Praxis und Theorie, Forschungsplan, Vermittlung der Ergebnisse). Gleich zu Beginn wird darauf hingewiesen, dass es sich bei den Inhalten um die Meinung von Bastiaens in Bezug auf die Bildungswissenschaft handelt. Das ist wichtig zu wissen – und hätte gern noch deutlicher hervorgehoben werden können. Inzwischen habe ich nämlich festgestellt, dass sich die Ansichten über wissenschaftliches Arbeiten trotz aller Regeln und Gemeinsamkeiten im formellen Ablauf einer Forschungsarbeit von Prof. zu Prof. erheblich unterscheiden. Und genau dieser Punkt geht mir momentan mörderlich auf den Senkel!

                                                                                                                                       Die Formulierung der Aufgabe von Wissenschaftlern, Lösungen für ein Problem aus dem Alltag zu finden, hat mir sehr gut gefallen, weil sie kurz, knackig und für mich verständlich war. Nebenbei: Der Wechsel der Anrede schien zwar nicht beabsichtigt, ist Bastiaens aber gut gelungen und zeigt dadurch ebenso wie der charmante Akzent erst so richtig den Mensch hinter dem Wissenschaftler. Das nenne ich jetzt einfach ‘mal authentisch!

Bastiaens begründet seine Meinung mit Beispielen aus Abschlussarbeiten. Er sagt genau, was ihm daran nicht gefällt und vor allem, wie es seiner Ansicht nach besser gemacht werden könnte. Ja, ich mag klare Ansagen im Vorfeld!

                                                                                                                          Schwierigkeiten habe ich mit der Begriffskombination „nachhaltige Innovationen“, weil aus meiner Sicht kein Student einschätzen und beeinflussen kann, ob und wie die Ergebnisse der Abschlussarbeit verwendet werden. Als Ideal mag der Begriff hilfreich sein und vielleicht klärt der empfohlene Beitrag „Innovation ohne Forschung?“ meine Verständnisschwierigkeit. Hier hätte ich mir gleich eine genaue Quellenangabe gewünscht, aber im Blog von Gabi Reinmann wird jeder schnell fündig.

Witzig formuliert fand ich den Hinweis auf die Methodenmodule. Nein, ich versuche nicht, daran vorbei zu kommen, eher, darüber hinweg – diese Einstellung passt auch gut zum Bild mit dem zahnärztlichen Besteck. ;)

                                                                                                                                       Beim Abschnitt “Diskussion der Ergebnisse” bin ich mächtig in’s Schleudern gekommen. Dort hatte ich zunächst den Eindruck einer allgemeinen Kritik am Fazit. Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse halte ich für sinnvoll und wichtig für die Leser. Dass die Ergebnisse diskutiert werden müssen, ist klar und das kann ja in der Arbeit mit einem Fazit verbunden werden. Aber, soll ich mich mit (m)einem Professor streiten?

Die Bemerkungen über die Verwendung der Arbeit durch evtl. Auftraggeber fand ich einerseits wichtig. Andererseits frage ich mich, wer als Student die Möglichkeit hat, z. B. eine Bachelor- oder Masterarbeit als Auftragsarbeit zu schreiben? Ist das nicht eher eine Ausnahme?

                                                                                                                                             Ein weiterer Diskussionspunkt ist für mich die Zusammenarbeit in der Forschung zwischen Professoren und Studenten. Humboldt lässt grüßen! Bastiaens verweist darauf, dass dies an der FernUni im Vergleich zu Präsenzuniversitäten weniger gut möglich sein soll. Ich vermute, dass erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Lernenden weniger von der räumlichen Distanz abhängt, sondern viel mehr von der beiderseitigen Motivation und Bereitschaft zur Kooperation. Das könnte ja ‘mal „Jemand“ erforschen. ;)

Bastiaens spricht auch über bürokratische Hürden, die vor Wissenschaftlern im Hochschulbetrieb offensichtlich aufgebaut wurden. Das bestätigt mich immer mehr in meinem Wunsch, extern forschen zu wollen. Zuversichtlich stimmt mich seine Meinung, dass man wissenschaftliches Arbeiten erlernen kann. In diesem Sinne will ich seinen Satz: „Bewahren Sie die Ruhe!“ in Erinnerung behalten.

Die Hausaufgabe – von Sebastian Vogt zunächst als Wunsch formuliert, was mir natürlich viel besser gefällt – kann ich nicht vollständig erfüllen. Es soll nach weiteren Darstellungen des Forschungsprozesses gesucht werden und dabei stolpere ich schon wieder über das Wort „innovativ“. Hingegen gefällt mir die Idee, Autoren zu finden, die wissenschaftliches Arbeiten unterhaltsam erklären (Quellen zur Aufgabe s. u.).

                                                                                                                                    Fazit: Insgesamt war der Vortrag für mich eine allgemeine Einführung in das Thema „Wissenschaftliches Arbeiten“ und eine kurze Wiederholung der Inhalte aus dem Modul 1D. Sowohl Vortrag als auch Umrahmung – der Dritte im Bunde war Markus Deimann, und dabei fällt mir auf, dass erstens für Teilnehmer außerhalb der FernUni in Hagen die Einblendung der Namen interessant sein könnte und zweitens der erste Teil des cMMOCs ausgesprochen männerlastig war – hätten nach meinem Empfinden noch etwas mehr Freude oder Begeisterung ausstrahlen können. (Doh, wenn ich mir allerdings vorstelle, dass ich das nicht ‘mal ohne Kamera, geschweige denn auf niederländisch, beherrsche…, aber ich bin ja in dieser Hinsicht kein Profi.) Damit würde vielleicht deutlicher, wie viel Spaß die Forschung machen kann.

                                                                                                                                 Besonders gefallen hat mir die Einbindung der Fragen von Teilnehmern, die auf Twitter unter dem Hashtag #exif13 gestellt wurden. Dem guten Hinweis, sich zu vernetzen und auszutauschen, ist bis auf die Frage, wie das für Anfänger auf diesem Gebiet am besten gelingen kann, nichts hinzuzufügen. Gefreut habe ich mich über das Gezwitscher während des Kurses mit @Filzflausch, @kuwi_iddg13, @FBernau und @NullPlusEins sowie den neuen Kontakt zu @Kevin Atkins, der bereits im llz-Blog der Uni Halle über den cMOOC berichtet hat.  Während mir beim #mmc13 die Idee der Anmeldung zum Zweck der Erstellung einer Teilnehmerliste noch etwas seltsam vorkam (hier), finde ich das aus Gründen der Vernetzung inzwischen sehr sinnvoll. Mit solchen Brücken würde es auf der Forschungsinsel auch nicht so einsam. (Wieso eigentlich “Insel” – wegen der Abbildung? Oder soll das bedeuten, dass alle Forscher auf einer Insel leben? Widerspricht das nicht dem Gedanken der Vernetzung?)

                                                                                                                                      Wer sich für die nächsten Themen und Termine des cMOOCs interessiert, findet sie hier. Auf dieser Plattform könnten aus meiner Sicht auch Zwischenergebnisse, freiwillige Kontaktdaten und Meinungen der Teilnehmer o. ä. ihren Platz finden, damit sich bei der Suche im Netz niemand verirrt.

Und, wer jetzt noch wissen will, womit ich mich auf das wissenschaftliche Arbeiten vorbereite, dem gefällt vielleicht ein kleiner Blick in mein Bücherregal. Versuch einer Literaturliste nach APA 6th – Kritik ist erwünscht:

  • Kromrey, H. (2009). Empirische Sozialforschung. Modelle und Methoden der standardisierten Datenerhebung und Datenauswertung (12. überarb. u. erg. Auflage). Stuttgart: Lucius & Lucius. - natürlich nur wegen der Namen hier aufgenommen
  • Rost, F. (2010). Lern- und Arbeitstechniken für das Studium. Wiesbaden: VS.
  • Schnell, R., Hill, P. B., Esser, E. (2008). Methoden der empirischen Sozialforschung. München: Oldenbourg.
  • Spannagel, C. (2013). Verfassen wissenschaftlicher Texte. [Online-Dokument]. URL: http://wiki.zum.de/PH_Heidelberg/Bausteine/Verfassen_wissenschaftlicher_Texte. (13.06.2013). - Dieser Eintrag findet sich auch im Wiki der Biwi-Lounge und ich gestehe, dass ich dem Autor gegenüber positiv voreingenommen bin.
  • Stock, S., Schneider, P., Peper, E., Molitor, E. (2009). Erfolgreich promovieren. Berlin: Springer. – Achtung, dieses Buch rangiert unter Ratgeberliteratur. Es enthält aber zusätzlich Beispiele “von Promovierten für Promovierende” – man muss sich schließlich Ziele setzen.
  • Struck, E., Kromrey, H. (2010). PC-Tutor Empirische Sozialforschung. Stuttgart: Lucius & Lucius.
  • Töpfer, A. (2010). Erfolgreich forschen. Ein Leitfaden für Bachelor-, Master-Studierende und Doktoranden. Heidelberg: Springer.

Diese Blogbeiträge finde ich außerdem lesenswert:

„du bist eine dumme kuh!“

Chester hätte es wissen müssen. Gestern Nacht schlug mir per Facebook die Botschaft aus der Überschrift mitten in’s Gesicht. Ich musste eine Weile nach Luft schnappen, bevor ich versuchte, darauf zu antworten, denn ebenfalls gestern hatte ich mich für das Wintersemester an der FernUni Hagen zurück gemeldet.

Schon vor meiner Schulzeit hörte ich solche Sprüche mehr als einmal. Mitschüler/-studenten, auch einige Lehrer und Anverwandte meinten, mir gegenüber ihren Unmut über vermutete oder tatsächliche Dämlichkeit – wer weiß das schon? – zum Ausdruck bringen zu müssen. Manchmal in der obigen Form, viel öfter aber subtiler, z. B. mit dem Satz: „Kunst kommt von Können und nicht von Wollen, sonst hieße es ja Wunst.“ Gehört, geübt, verinnerlicht, verdrängt.

Ich mag diese direkte Ehrlichkeit mehr als das Getuschel hinter meinem Rücken. Durch ständige Wiederholung, ein methodisches Mittel in der Lehre, birgt sie allerdings ein Problem in der Selbstwahrnehmung. Würde nämlich plötzlich jemand sagen: „Das hast Du gut gemacht“, besteht nunmehr die Gefahr des Unglaubens beim Adressaten. Der thematisierte Unglaube wiederum könnte Irritationen beim Sender auslösen. Ein Teufelskreis! Beide Einschätzungen (dumm – gut) sind für den Sender wahr. Auch für den Empfänger der Urteile können sie irgendwann wahr werden, wenn das Denken zu Handlungen führt.

Heute früh erfuhr ich im Blog von Oliver Tacke von einem Projekt der TU Braunschweig. Ich finde es mutig von den Autoren, dort ihre Beiträge zu veröffentlichen. Mit einer breiten Angriffsfläche bietet sich schließlich auch die Möglichkeit, die eigene Arbeit zu reflektieren und, falls notwendig, zu verbessern. Als ich einige der Artikel las, wurde mir allerdings schlagartig klar, dass ich mich bezüglich der Hausarbeit im Modul 2A mit dem wunderschönen Thema „Hörsaalspiele“ gründlich verwählt habe. Es nützt nichts, einen Baustein hinzuzufügen, wenn der Grundstock fehlt. Mit anderen Worten: Wer lehren will, muss wissen, wie Lehren funktioniert. Man kann kein Haus bauen, indem man mit dem Dach beginnt. Das Fundament trägt die Mauern. Die Mauern wiederum können aus vielen Steinen zusammen gesetzt werden und dabei ist eine bestimmte Reihenfolge nötig. Ich stelle mir all’ die schlauen Leute an der Uni vor, die sich am Anfang ihrer Lehre – das ist unbeabsichtigt doppeldeutig – ihr Wissen darüber, wie Unterrichten überhaupt oder vielleicht besser ginge, mühsam zusammen suchen müssen. Misserfolge, auch auf Seiten der Lernenden, sind damit vorprogrammiert. Für die Hochschuldidaktik stünden aus meiner Sicht im Moment viel grundlegendere Themen an, als es die „Hörsaalspiele“ sein könnten.

Das Schlimme daran ist, dass ich bereits vor mehr als einem Jahr einen ersten Hinweis auf meinen Irrtum erhielt und ihn nicht deuten konnte. Christian Spannagel kommentierte in diesem Blog und wir fragten fröhlich aneinander vorbei, was die Lizenz zum Lehren an Hochschulen betraf! Damals ging ich noch davon aus, dass alle Dozenten an Universitäten das Unterrichten gelernt hätten. Nach ein paar Büchern und Artikeln über Hochschuldidaktik hätte mir der Irrweg ebenfalls auffallen müssen (z. B. hier).

Nun könnte man ja der Meinung sein, dass ein Einzelfall noch nicht ausreicht, um Aussagen über den Geisteszustand zu verallgemeinern. Hier liegt aber kein Einzelfall vor! Seit zwei Wochen verfolge ich eine Diskussion, die im letzten Beitrag (hier) sehr deutlich zeigt, dass mir der Kern bisher noch verborgen blieb. Die Fortsetzung der Diskussion auf Twitter und Beiträge im Blog von Jean-Pol Martin liefern das gleiche Ergebnis. Die Frage, ob nun von Fremden oder mir gestellt,: „Verstehst Du das?“ muss ich immer öfter mit „Nein!“ beantworten. Maslow meint, dass auch „vollständig und deutlich unkreative Menschen“ Wissenschaftler werden können. Aber, wer hat jemals eine dumme Kuh forschen sehen?

Eine Frage der Ehre?

Im Blog von Christian Spannagel hat mich kürzlich eine Diskussion aus meinem gewohnten Denktrott gebracht. Grundsätzlich bin ich sehr dafür, Fragen zu klären oder Gegensätze zu erkennen, weil diese Vorgänge meine Gedanken anregen und oft genug auch mit Wissenszuwachs verbunden sind. Das kann anstrengend sein, aber genau das mag ich – wer will schon doof sterben? In der o. g. Diskussion ging es z. B. um einen Begriff, der mich im Zusammenhang mit Information irritiert: „Ruhm“. Wenn ich es richtig verstanden habe, soll bei der Verwendung des Motivs „Ruhm“ resp. „Bekanntheit“ beim Bloggen die Möglichkeit erweitert werden, mittels Berühmtheit mehr Informationen z. B. für die eigene Arbeit zu erhalten und diese weiterzugeben. Jean-Pol Martin erklärt kurz, welche Theorie dahinter steckt: „Ruhm sichert eine relativ stabile Versorgung mit Aufmerksamkeit, also mit anspruchsvollen, quantitativ hohen informativen Stimuli. Anders ausgedrückt: ruhm kann gegen langeweile schützen.“ Außerdem hat er sich die Mühe einer Zusammenfassung der Diskussion in seinem Blog (hier) gemacht. Nun mag Ruhm ein Mittel gegen Langeweile sein und mit Sicherheit für Aufmerksamkeit sorgen. Warum also stört mich dieser Begriff im Zusammenhang mit Informationsverarbeitung so sehr? Zuerst reicht ein Blick in’s Wörterbuch, wo sich das Wort übrigens dicht neben „Rum“ befindet – die deutsche Sprache ist da knallhart:

„Ruhm“: „Das im heutigen Sprachgebrauch im positiven Sinne von ‘hohes Ansehen’ verwendete Wort bedeutete ursprünglich ‘Geschrei (mit dem sich jemand brüstet), Prahlerei; Lobpreisung’“ (S. 687). „rühmen“: „’den Ruhm verkünden, preisen’ […], beachte die Präfixbildung […] ‘sich rühmen, prahlen’ von der heute noch das zweite Partizip berühmt gebräuchlich ist, dazu Berühmtheit; rühmlich ‘lobenswert’ (mhd. […] ‘ruhmvoll; prahlerisch’)“ (ebd.).

Vielleicht kann man sich noch darüber streiten, ob der Begriff wirklich so positiv besetzt ist, wie es im Buche steht. Keinen Zweifel sollte es jedoch darüber geben, dass Ruhm als eine Zuschreibung von Merkmalen ein Urteil von Menschen über eine andere Person ist. Dieses Urteil kann man annehmen oder nicht; vermutlich ist es zwischenmenschlich sogar geschickter, sich damit abzufinden und viel zu üben, solche Beurteilungen über sich ergehen zu lassen. Nur, im Sinne von Informationsverarbeitung erscheint mir der Begriff immer noch fragwürdig. Was mir hier fehlt, ist das nötige Maß an Kontrolle. Ich meine nicht die Selbstbeherrschung im Umgang mit Ruhm. Viel mehr ist Kontrolle einer von mehreren Punkten, die flow-Zuständen innewohnen sollen (hier mehr zum Begriff und den Merkmalen von flow).

„Kontrolle“: ‘Aufsicht, Überwachung; Prüfung’“ (S. 439) „kontrollieren“: ‘[nach]prüfen, überwachen; unter Kontrolle haben; beherrschen’“ (ebd.).

Ruhm aber ist für die betreffende Person weder eine eigene Leistung, noch kontrollierbar! Das Blöde daran ist außerdem, dass man sich nicht dagegen wehren kann. Ein Mensch hat nur wenig Einfluss darauf, was andere Menschen über ihn denken und deshalb auch keine Möglichkeit, den Informationsfluss im o. g. Sinne zu nutzen. Es besteht aus meiner Sicht sogar die Gefahr von Fehlinformation. Wer spricht denn mit den sog. Berühmtheiten oder wagt gar Widerspruch und wenn doch, mit welchen Konsequenzen? Wie funktioniert in diesem Fall die Information durch Kommunikation? Bleiben dabei nicht irgendwann Ehrlichkeit und Respekt auf der Strecke (#Lobhudelei)?

Denken braucht neben Input auch ein bestimmtes Maß an Ruhe. Für das flow-Erlebnis bei dieser Beschäftigung ist massive Aufmerksamkeit störend, weil sie nicht kontrollierbar ist. Nun ist es durchaus möglich, dass ich noch keinen Schimmer von der erwähnten Theorie erwischt habe. Im Moment halte ich deshalb den Begriff „Ruhm“ für ungeeignet in Bezug auf Informationsverarbeitung.

Quelle: Wermke, M., Kunkel-Razum, K. & Scholze-Stubenrecht, W. (Hrsg.). (2007). Duden. Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache (7. Band, 4. Auflage). Mannheim: Duden.

Kein Versuch

Es war nicht meine Absicht, hier über einen nicht durchgeführten Versuch zu schreiben. Da aber nun ein Ergebnis vorliegt und die Beschreibung von Experimenten geübt werden muss, nehme ich die Ereignisse der letzten Tage und Wochen zum Anlass dieses Beitrages.

Im Rahmen meiner Literatursuche zum Thema „Hörsaalspiele“ (hier) finde ich immer wieder Texte, zu denen ich weitere Fragen habe. Im Gegensatz zu den Autoren aus meinem ersten Studium leben die Verfasser meistens noch. Was liegt also näher, als mit den Leuten Kontakt aufzunehmen? Naja, fremde Menschen anzusprechen gehört nun ‘mal zu meinen Schwächen. Ich rechne deshalb in einem Zeitraum von Jahren, bis der Wunsch in die Tat umgesetzt ist. Für ein Studium dauert das allerdings viel zu lang, denn Wissenschaftler scheinen bis zum Nestbau im Elfenbeinturm die reinsten Wandervögel zu sein. Außerdem sind die Anschriften oder anderen Kontaktmöglichkeiten von Autoren in ihren Büchern oft veraltet. Aber, Internet und Mail bieten ungeahnte Möglichkeiten!

Vorgeschichte. Es begab sich also (und, auch wenn es wie ein Märchen klingt, es trug sich tatsächlich so zu), dass ich nach einem Blogbeitrag über ein feines Buch erst einmal im Netz nach Informationen über den Autor suchte – und plötzlich eine Mail von ihm erhielt. Obwohl es dabei gar keinen Zusammenhang geben kann, fühlte ich mich erwischt. Dieses Gefühl war für mich so verwirrend, dass ich zunächst alle guten Sitten vergaß und fragte, ob denn jetzt Ärger drohe. Schließlich hatte ich in dem erwähnten Beitrag mehr als reichlich zitiert. Außerdem war ich völlig von den Socken, dass ein Fremder den verhältnismäßig langen Artikel bis zum letzten Satz gelesen hat. Nun, der Verfasser verfügte in seiner Antwort über genügend Humor, was mich dazu anstachelte, ein paar Fragen abzusenden. Das Unglaubliche daran war, dass ich mehrmals prompte Antworten und Hinweise erhielt, die mich in meinen Gedanken voran trieben.

Kein Experiment. Inzwischen las ich weitere Bücher und es tauchten immer neue Fragen auf. Nur, ich konnte und wollte nicht über jeden Text einen Beitrag schreiben und darauf hoffen, dass vielleicht jemand darauf reagiert. Also musste ich agieren und wählte dafür die Form einer Mail. In diesem Fall handelte es sich um eine Autorin, die ebenfalls umgehend antwortete, kurz und gehaltvoll. Sie nannte mir Namen von Personen, die mir helfen könnten. Damit musste ich meine bisherige Vorgehensweise auf den Kopf stellen, d. h. zuerst googeln, um danach die Menschen anzuschreiben. Das allein war schon ziemlich spannend, aber, ein wenig fürchtete ich mich doch vor den Reaktionen. Diese Angst erwies sich allerdings als unbegründet. Nur in einem Fall erhielt ich keine Antwort, was angesichts der Fülle von Informationen und Tipps von allen anderen „Versuchspersonen“ nicht wesentlich in’s Gewicht fiel. Manche sagen auch „nicht signifikant“ dazu. Mehrmals hatte ich sogar den Eindruck, dass eine Zusammenarbeit im Sinne des Ideals von Humboldt entstanden ist. Das klingt zu hoch gegriffen? Egal, die Diskussionen haben mir viel Spaß gemacht und mich in ihrer Intensität beeindruckt. So muss Studieren für mich sein.

Fazit. Eine Beschreibung im wissenschaftlichen Sinne ist das hier nicht geworden. Die Autoren habe ich zwar geplant angeschrieben, aber es gab kein „Forschungsdesign“. Zudem fällt die Auswahl zahlenmäßig unter die Formulierung „nicht repräsentativ“. Die Personen hätten nach Männlein und Weiblein bzw. ihrem akademischen Grad und/oder nach Anzahl und Inhalt ihrer Antworten unterschieden werden können. Für mein Ergebnis ist das unwichtig. Wichtig ist jedoch, dass mir nach wenigen Erfahrungen anderer Art (hier) der Glaube an den Menschen im Wissenschaftler erhalten bleibt. Weil das aber ein subjektiver Eindruck ist, bringt es die Wissenschaft nicht um ein mü voran und gehört damit leider in die (Blog-)Tonne.

MOOCwelle

In Sachen Klamotten bin ich resistent wie Alabaster. Jede Modewelle zieht unbeachtet an mir vorüber. Überhaupt tauche ich lieber unter einer Welle hindurch anstatt darauf zu schwimmen. Mainstream? Nichts für mich. Und nun schwappt eine Welle anderer Art durch das Netz. Nein, es geht mir nicht auf den Senkel, dass ich in der letzten Zeit mehr und mehr über MOOCs lese. Im Gegenteil: Die Themen, mit welchen die Veranstaltungen gefüllt werden (sollen), gefallen mir durchweg. Mein Interesse an MOOCs allgemein wurde mit dem #mmc13 geweckt und aktuell “beäuge” ich den #iddg13 an der FernUni in Hagen. Doch plötzlich lese ich auf Twitter und Facebook von anderen Ideen zu neuen MOOCs. Angefangen hat es mit der “Kunst des Argumentierens” von Susanne Schönborn (hier). Na gut, dachte ich, da ist Monika E. König dabei. Sie war schon am #mmc13 beteiligt und macht das wohl nun innerhalb ihrer Arbeit. Doch schnell folgte der Link zum Doppel-MOOC von Christian Spannagel, Michael Gieding, Lutz Berger und Martin Lindner zu “Mathematischen Denk- und Arbeitsweisen in Geometrie und Arithmetik (hier). Martin Ebner und Sandra Schön wollen einen l3t-MOOC über das “Lernen und Lehren mit Technologien” anbieten (hier) und Karsten D. Wolf und Thomas Bernhardt (hier) haben sich das Thema “Erfolgreich studieren mit dem Internet” ausgedacht. Heute früh flatterte dann die Botschaft “Medienbildung und Mediendidaktik. Grundbegriffe und und Praxis” von Kerstin Mayrberger (hier) in das Netz. Langsam wurde ich stutzig. Wenn ich es richtig verstanden habe, soll per Abstimmung darüber entschieden werden, welcher Kurs produziert wird (hier). Es geht dabei auch um Geld. Tja, und jetzt frage ich mich: Was soll das? Auf der Startseite wird gefragt, was die Teilnehmer lernen wollen. Danach kann man sich für einen Kurs (oder mehrere?) entscheiden. Was ich lernen will? Alles – und noch viel mehr! Wie soll ich mich für einen Kurs entscheiden, wenn es noch so viele andere spannende Themen gibt? Und, warum werden nur die Kurse gefördert, die die meisten Stimmen erhalten haben? Das ist doch Quark, weil vom Zufall und evtl. der Präsentation des Bewerbungsvideos abhängig. Mit dem Inhalt hat das noch gar nichts zu tun und das finde ich nicht in Ordnung. Und, was passiert mit all’ den anderen schönen Ideen? Verschwinden sie in der Versenkung, nur weil das entsprechende Netzwerk fehlt? Es ist ein wenig wie bei Architektur-Wettbewerben – subjektiv. Ist das der Sinn, wenn es um Innovationen in der Bildung geht? Was treibt die Professoren an, bei dieser Aktion mitzumachen?

Technik

Es gibt Sachen, die kann es eigentlich gar nicht geben! Einen PC zum Beispiel, der kurz nach dem Semesterstart verglüht. Einfach so. Vom Drucker, der seinen Geist garantiert vor Abgabe der Hausarbeit aufgibt, ganz zu schweigen. Oder einen Laptop, dessen Bildschirm – immerhin mit Vorwarnung, d. h. immer langsamer werdend – zappenduster wird. Aus. Vorbei. Der Nächste bitte. – Nun ist es ja nicht so, dass Technik keinen Spaß machen würde. Ein Navigationsgerät im Auto könnte beispielsweise verhindern, dass man, statt quer durch Berlin zu kurven, plötzlich mutterseelenallein mit einem kleinen PKW in einer Schlange riesiger LKW (wahrscheinlich voll beladen mit Technik) an der polnischen Grenze steht. Natürlich mitten in der Nacht. Im Vergleich ist das etwa so, als befände sich ein Musiker in einem Fachgespräch über Computertechnik mit Informatikern. Auch allein, versteht sich. – Ein zehn Jahre altes Handy, voll funktionstüchtig, taugt immer noch für den Notfall. Nur, dass dieser Notfall nie eintritt und wenn doch, dann liegt das Teil garantiert irgendwo zu Hause ‘rum – mit einem leeren Akku! Das würde mich aber wenig stören, denn die PIN-Nummer zum Starten des Gerätes hätte ich sowieso schon vergessen. Oder, sie funktioniert nicht. Genau so wenig wie Benutzername, Passwort oder unsägliches, weil unleserliches Captcha beim PC. Wie neulich, als ich ein neues Programm ausprobieren wollte: Delicious. Allein der Name zergeht ja förmlich auf der Zunge. Mehr als diesen Namen wußte ich allerdings darüber nicht. Ich unterschlage jetzt ‘mal vorsichtshalber, wie lange ich für die Installation gebraucht habe. Ach was, von wegen “ich”! Ohne fremde Hilfe wäre es mir nie gelungen, in den Genuß – ja, Delicious ist ein wahre Freude! – dieser Linksammlungshilfe zu kommen. Und damit bin ich beim eigentlichen Problem: Wenn man sich links und rechts umhört, dann heißt es oft, alles sei “ganz einfach”. Einfach ist eine Sache aber nur, wenn man Ahnung davon hat! Nun ist es nicht so, dass ich behaupte, ich hätte Ahnung von irgend etwas. Dies wird mir jedoch manchmal unterstellt und führt zu völlig absurden Antworten, wenn ich mich endlich dazu durchgerungen habe, jemanden um Hilfe zu bitten. Es ist kaum auszuhalten, nicht nur nichts zu wissen, sondern dieses Nichtwissen anderen gegenüber auch noch offenbaren zu müssen. In solchen Situationen fühle ich mich jedes Mal erwischt (ein feiner Artikel!) und spüre, wie mich ein mächtiger Fluchtreflex überfällt. Einfach untertauchen wäre deshalb in solchen Situationen angesagt. Doch selbst das gelingt mir nicht, weil ich den Notausgang nicht finde… Irgendwie erinnert mich das an die Anfangszeit in diesem Blog. Damals hatte ich mit Florentina eine sehr hartnäckige Modul-Betreuerin, die mir freundlich-bestimmt in weniger als 140 Zeichen mitteilte: “Du bleibst hier!” und Caroline half mir dabei über einige technische Stolperfallen hinweg. Welch’ ein Glück! – Seit einigen Tagen habe ich ein neues Spielzeug. Allein wäre ich wohl nicht so schnell in die Versuchung geraten, mich damit zu beschäftigen. Eine Art Dienstanweisung aus dem vergangenen Jahr machte mich darauf aufmerksam (siehe Foto) und die Auseinandersetzung damit war einfach nur folgerichtig, nachdem hier ‘mal wieder die Technik-Hütte lichterloh in Flammen stand. Das wiederum ist eine ganz besondere Geschichte, denn soviel Spiel und Spaß hatte ich schon lange nicht mehr. In diesem Sinne danke ich für die Empfehlung und vor allem dafür, dass mir vorher niemand gesagt hat, dass ich im Begriff bin, mir damit einen Mini-Computer ins Haus zu holen…

HandyKreuzGSPS: Wieso werden Mitteilungen eigentlich an die Spiegel in den Klassenzimmern geklebt? Eine E-Mail hätte ich vermutich eher registriert – oder gelöscht. Apropos, warum befinden sich die Buttons “Löschen” und “Antworten” so eng beeinander? Das steigert doch die Verklickquote in’s Unermessliche, oder nicht, Florian?

Sicherheit und Respekt

Zum Ende des Semesters mehren sich die Umfragen. Evaluationen zur Studierendenzufriedenheit finde ich einerseits sinnvoll und kreuze natürlich auch an, in welchem Maße ich mit der Betreuung durch die Dozenten zufrieden war. Andererseits wurde ich noch nie gefragt, was ich mir von Seiten der Betreuer wünsche. Meine Antwort wäre: Respekt und Sicherheit.

Respekt. Es gibt Menschen, die sagen, dass sie keinen Respekt vor anderen Menschen haben. Ich musste lange nachdenken, doch ich fand niemanden, den ich nicht respektiere. Natürlich gibt es auch Leute, die mir manchmal/ständig – bewußt oder unbewußt – vor das Schienbein knallen. Trotzdem erkenne (suche?) ich an ihnen auch mindestens eine Seite, die es wert ist, respektiert zu werden. Diese Sicht von Dozenten auf Studierende wünsche ich mir – und durfte tatsächlich schon erfahren, dass eine solche Art zu Sehen möglich ist.

Sicherheit. Das könnte ein Sammelbegriff sein für Vertrauen, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Erreichbarkeit usw. usf. Warum ist mir Sicherheit so wichtig? Ganz einfach: Unsicher sein kann ich allein. Es muß möglich sein, den Betreuern Fragen zu stellen, ohne gleich eins auf die Mütze zu bekommen – im schlimmsten Fall vor anderen Menschen. Auf eine sachliche Frage erwarte ich eine sachliche Antwort. Kein Abwarten, was die Kohorte dazu meint, keine Weiterleitung an den Rechtsanwalt, kein Schweigen, kein Abwimmeln, keine offenen Messer. Ich wünsche mir klare Ansagen statt Versteckspiele, Geduld ohne Ende für Fragen ohne Ende. Spaß fände ich ebenfalls angemessen, doch selbst dafür ist ein Fundament nötig: Respekt und Sicherheit.

Studierende können sich die Betreuer ihrer Hausarbeiten nicht aussuchen. Für Diplom- oder Masterarbeiten wird die Auswahl schon gezielter getroffen. Bei meinen bisherigen Versuchen hatte ich wohl Glück. Ich wußte, welches Thema ich wie bearbeiten wollte und fand Professoren, die mich in Ruhe schreiben ließen. Heute würde mir diese Art der Betreuung nicht mehr reichen, weil mir die Kritik fehlte. Und für Kritik brauche ich: Sicherheit und Respekt. Ich weiß, dass es durchaus Dozenten gibt, die sich über die Art der Betreuung von Studierenden Gedanken machen. Aktuelle Beispiele, wenn auch höheren Sphären zugehörig, finden sich in diesem oder diesem Beitrag von Gabi Reinmann. Ich würde dort zu gerne kommentieren: “Vergesst die Menschen nicht und fragt sie nach ihren Wünschen!” Ist das respektlos?

Maslow: Motivation und Persönlichkeit

Schon auf der ersten Seite begegnet mir der Begriff „Menschenbild“, der sich erst vor etwa einem Jahr in mein Denken geschlichen hat (danke, @Jeanpol!). In Maslows Buch geht es um „eine andere Philosophie der menschlichen Natur, ein neues Menschenbild“ (S. 7). Und gleich weiter an’s Eingemachte: Die „Philosophie des sinnvollen Lebens ist […] verfehlt oder zumindest unreif“ (S. 14). Ebenso besagt die Nörgelei-Theorie nichts Gutes: „… hier sieht es aus, als hätten wir noch immer nicht diese ewig gültigen Lektionen gelernt, nämlich, daß, wenn wir erreicht, wonach wir uns gesehnt haben, […] der ganze Prozeß von neuem beginnt“ (S. 16). An dieser Stelle könnte ich das Buch schon wieder schließen, denn ich ahne, was ich mir damit eingebrockt habe. Aber, gemäß der Nörgelei-Theorie will ich natürlich mehr

Spanische Rosen

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es ist alles “massiv” in Ordnung! ;)

“Chester hätte es wissen müssen,

Sie hätte es wissen müssen, wie’s kommt.

Daß bei all dem Gold dieses Unwetter folgt” (aus: 3/4 Mond).

M wie massiv.  Einzeln – kein Problem, in der Masse – ein Alptraum schlechthin.

M wie MOOC. Als ich mich in den Weihnachtsferien für die erneute Belegung des Moduls 2A im neuen Semester entschied, hatte ich mich bereits “Blond und blauäugig” für den MOOC13 angemeldet. Ich folge den MOOC-Aktivitäten ungeplant passiv – und verstehe nur Bahnhof… Ich kann die Zielorientierung dort nicht erkennen. Außerdem plagt mich das schlechte Gewissen, andere Leute zu dem Kurs motiviert zu haben und nun selber die Sache einfach nur zu beobachten.

M wie Mail. Zu Beginn diesen Jahres fasste ich den Entschluss, sämtliche ehrenamtliche Tätigkeiten aufzugeben nach dem Motto: Ganz oder gar nicht! Als ich in der Biwi-Lounge der FernUni Hagen schrieb, dass ich meine Arbeit im Tutorenteam beende, verstopfte sofort mein E-Mail-Postfach mit besorgten Anfragen. Selbstverständlich bekommt jeder eine Antwort. Es ist alles in Ordnung.

M wie Mensch. Meiner Statistik-Patengruppe bleibe ich treu, so lange es noch Fragen zur Klausur am 06. März gibt. Im Sommersemester werde ich keine neue Patenschaft übernehmen. Ist das egoistisch? Vielleicht. Einerseits ist es schön zu beobachten, wie das Verständnis der Gruppe für die Aufgaben wächst. Andererseits will ich jedoch die Angst der Kandidaten vor der Prüfung nicht mehr spüren müssen. Solche starken und gleichzeitig sinnlosen Emotionen!

M wie Mephistopheles. Im “Untergrund” beschäftige ich mich mit einem Thema, welches mich seit einem Jahr nicht mehr loslässt und in das ich nun langsam eintauche. Genau so, wie ich es mir vorgestellt und gewünscht habe. Am liebsten würde ich dort nicht nur weiter ein-, sondern selber völlig untertauchen; als meine Art des Studiums in Einsamkeit und Freiheit. – Ginge es mir besser, wäre es nicht auszuhalten!

MOOC und Spielregeln

Im November 2012 entschied ich mich dafür, eine “Auftragsarbeit” anzunehmen und einen sog. Impulsbeitrag für den im Januar 2013 statttfindenden MOOC zu schreiben. Ich fragte, wann der späteste Abgabetermin sei und fing an, mir Gedanken zu machen. Entstanden ist dabei dieser Text. Seitdem beobachte ich, mit wie viel Energie die Veranstalter den Kurs vorab erklären, Teilnehmer werben und das Programm erstellen.

Gestern erhielt ich von den Veranstaltern die Nachricht, dass Impulsbeiträge möglichst aktuell, m.a.W. noch nicht veröffentlicht, sein sollen. Das hätte mir eigentlich klar sein können, war es aber nicht. Nun habe ich das Team in Schwierigkeiten gebracht, weil ich dachte, meinen “Auftrag” bereits erledigt zu haben und nun einfach keinen (neuen) Beitrag schreiben kann. Nicht, dass es mir an Zeit oder Lust dazu fehlen würde. Jedoch hat sich inhaltlich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts ergeben, was ich dem Ursprungstext hinzufügen könnte. Deshalb warte ich ja so gespannt auf den Kurs, um zu erfahren, worum es sich dabei handelt.

Das MOOC-Team war so diskret, meine Absage für einen neuen Beitrag bei der Suche nach Ersatz nirgendwo zu erwähnen. So schlecht diese Erfahrung für alle Beteiligten ist, so wichtig erscheint sie sowohl für die Organisatoren als auch für mich: Die Veranstalter werden die Teilnehmer in Zukunft sicher noch besser über die “Spielregeln” informieren und ich begebe mich demnächst in den Gedankenspielen auf die Suche nach einer Antwort auf die Frage, was Spielregeln überhaupt sind und was sie ggf. beinhalten müssen.

2012 in review

Die Mühe mit einer eigenen Statistik in diesem Beitrag hätte ich mir sparen können. Interessant aber ist ein Vergleich mit der nachfolgenden, offiziellen WordPress-Statistik. – In diesem Sinne: Danke für’s Folgen, Lesen und Kommentieren! Inzwischen bin ich auch hier zu Hause und dort ist noch genügend Platz für alle, die mitspielen wollen. ;)

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

600 Personen haben 2012 den Gipfel des Mount Everest erreicht. Dieser Blog hat 2012 über 12.000 Aufrufe bekommen. Hätte jede Person, die den Gipfel des Mount Everest erreicht hat, diesen Blog aufgerufen, würde es 20 Jahre dauern, um so viele Aufrufe zu erhalten.

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Eine kleine Spielidee

Anfang Dezember erschien im Blog von @kusanowsky der Beitrag “Die Infantilisierung der Wissenschaft”. Auf das dortige Video von Christian Spannagel wurde ich kurze Zeit vorher per Facebook aufmerksam und konnte mir somit noch unabhängig vom Text und von der Diskussion im Blog meine Meinung dazu bilden. Die ersten Eindrücke: 1. Der Mitschnitt war für mich zu kurz. – 2. Das “informelle Gespräch” (Zarius, 1985) an den Anfang einer Vorlesung zu stellen, lenkt die Gedanken darauf, es könne sich auch im weiteren Verlauf um eine interaktive Veranstaltung handeln. – 3. Die “Gummibärchen-Methode” scheint nicht nur im Schulbereich verbreitet zu sein, dort allerdings eher am Ende einer Unterrichtsstunde. (Es sollte wieder Schulzahnärzte geben.) Auffällig war dabei jedoch, dass mit den Fledermäusen sowohl ein Übergang zwischen Internet und Vorlesung geschaffen als auch Motivation für den Vortrag, da am Beginn verteilt, angelegt wurde. – 4. Das Wortspiel “Graf Count” honorierten die Zuhörer weniger mit hörbarem Lächeln als dessen Visualisierung durch eine Handpuppe.
Obwohl ich den Beitrag mehrmals gelesen habe, bin ich mir bis heute nicht sicher, ob ich ihn überhaupt richtig verstehe. Allerdings sind mir in der anschließenden Diskussion einige Wörter besonders verständlich aufgefallen: Spaß, Humor, Freude – oft in Verbindung mit Wissenschaft. Letztlich hatte ich den Eindruck, der Autor will selber nur spielen: Mit Worten, mit Kommentaren, mit dem Nicht-Wissen um seine Person, mit den Lesern und den Schreibenden. Ja, auch ich habe mich hinreißen lassen und dort mitgespielt. Die größten Fettnäpfe lauern schließlich in anderen Blogs. Dieses “Spiel” hatte jedoch auch eine positive Seite für mich, denn es lenkte meine Gedanken auf einige Fragen, z. B.: Was sind Spiel, Spaß, Freude und wie würde sich deren gezielter Einsatz in Vorlesungen auf die Lernmotivation der Studierenden auswirken? Sind Erwachsene überhaupt bereit, während des Studiums spielend zu lernen? Ist es eine ihrem Alter angemessene Form des Lernens? Wie müßten Lernspiele für diese Zielgruppe/n konzipiert sein? Wie könnten verschiedene mobile Alltagsgegenstände der Vorlesungsteilnehmer (Handy, Tablet, Laptop) oder Soziale Netzwerke (Facebook, Twitter) in Lernspiele innerhalb einer Lehrveranstaltung einbezogen werden? Welche spielerischen Elemente werden bereits von Lehrenden in ihren Vorlesungen eingesetzt? Was “sagt” die Forschung zu diesem Thema? Immerhin gibt es eine Spielwissenschaft!
Teilweise könnten ein paar der  o. g. Fragen vielleicht schon mit der Statistik dieses Blogs beantwortet werden. TopArtikel271212Die Gründe aber, warum ausgerechnet die beiden Beiträge mit Spielen zur Klausurvorbeitung in kurzer Zeit ungewöhnlich oft im Verhältnis zu anderen Artikeln aufgerufen wurden, erfahre ich dadurch nicht. Es wird also Zeit, diese Spiel-Sache mit und nach allen Regeln der Wissenschaft zu untersuchen. Eine Vorüberlegung zu diesem Thema habe ich in meinem neuen Zettelkasten “Gedankenspiele” abgelegt. Natürlich freue ich mich auch dort über treue Begleiter. Schließlich wüßte ich doch zu gern, was Ihr über Spiel und Spaß im (virtuellen) Hörsaal denkt. ;)

XING, Facebook und Co.

Zusammenfassung der “Experimente” zum Thema Vernetzung: @mdeimann, der Dozent aus diesem Beitrag, hatte recht. Das Ziel dieses Weblogs konnte ich nun erreichen. Wer wissen will, wie mein Weg aus der sozialautistischen Ecke hin zur Plaudertasche im vergangenen Jahr verlief: Hier ist die Route in Kurzform. Weiterlesen

Zum Einjährigen

Es gibt sicher spannendere Themen als einen Jahresrückblick. Statistik zum Beispiel. Allerdings funktioniert Statistik nicht ohne Rückblick. Nachdem @phwampfler erste Übersichten via Twitter veröffentlicht hat und @herrlarbig versicherte, er würde sich über mickerige Zahlen nicht totlachen, ist heute also “Hoseruntertag” oder wie Weiterlesen

Kognitive Wende

Das Fass ist voll. Zu viele Themen, Richtungen und Fragen verstopfen mir den Kopf für das Modul 2A. Felix nennt dies schlicht “Kognitiver overload”. Was ist in einem solchen Fall zu tun? Ganz einfach: Alles ausschütten, abräumen, leerfegen, geistige Festplatte löschen – kurz: noch einmal bei Null anfangen. Weiße Blätter – welch’ ein Anblick! ;) Wo Weiterlesen

Blond und blauäugig zum MOOC

18.11.12: Als ich von @mons7 auf die üblich motivierende Art und Weise angesprochen wurde, einen Beitrag über MOOC zu schreiben, schrie meine innere Stimme zunächst einmal ganz laut “NEIN!”. Warum ich dann völlig anders geantwortet habe, ist dieser Erfahrung zu danken. Außerdem erledige ich sehr gern Auftragsarbeiten! ;) Weiterlesen

Ohne fremde Hilfe

Was bedeutet eigentlich die Formulierung “ohne fremde Hilfe” in der Erklärung am Ende einer Haus- oder Diplomarbeit? Vermutlich schreibe ich mich in diesem Beitrag um Kopf und Kragen, denn ohne fremde Hilfe (so wie ich das verstehe) habe ich weder meine Diplomarbeiten noch die letzten Hausarbeiten geschrieben – und trotzdem den Weiterlesen

Halt! Stopp! Es wird mich finden

Seitdem ich hier (sozusagen öffentlich) nach einer Richtung, einem Thema, einer Forschungsfrage z. B. für das Modul 2A suche, erreichen mich auf verschiedenen Kanälen viele Vorschläge aus der (teils unbekannten) Leserschaft. Das ist einerseits wunderbar, trifft andererseits aber nicht den Kern dieses Luxusproblemes. Denn: Ich Weiterlesen

“… und aus dem Chaos…

… sprach eine Stimme: ‘Läch’le und sei froh! Es könnte schlimmer kommen.’ Ich lächelte und war froh. – Und es kam schlimmer.” (Quelle: keine Ahnung!) Nun ist “schlimm” ja immer eine Frage der Perspektive. Grundsätzlich kann ich mich derzeit über nichts und niemanden beklagen. Insofern ist jammern im Augenblick nicht Weiterlesen

“Probleme sind zum Lösen da…”*

Bevor ich kurzfristig und vermutlich netzlos untertauche, schreibe ich im Folgenden ein paar von vielen Stichpunkten auf, die vom Ostseewind hoffentlich so durcheinander gepustet werden, dass danach nur noch ein einziger Gedanke übrig bleibt. Im Moment habe ich zu viel – FragenRichtungen – Themen – Profis – Mischung – Didaktik – Weiterlesen

Klausurspiel Statistik

Wer Wäsche wäscht, muss nicht verstehen, wie eine Waschmaschine funktioniert. Wer weiß, wie die Aufgaben in einer Statistikklausur zu lösen sind und trotzdem Zusammenhänge verstehen will, für den ist das Klausurspiel_Statistik (1) gedacht. (Spielanleitung hier: Wiederholungsfragen Kromrey und Zusatzliteratur.) Fortsetzung folgt. PS: Nach einem Einwand der Spielaufsicht Weiterlesen

Von P1 bis P13

Bestandsaufnahme.  Mit dem Statistikschein im Gepäck gehe ich nun wieder einmal der Anfangsfrage dieses Weblogs auf den Grund: Wie finde ich einen Betreuer für eine externe Forschungsarbeit? (Bei “Gepäck” fällt mir @flossa11 ein, die mir glücklicherweise von einer “Rückkehr in die Höhle” abriet.) – Seit einiger Zeit habe ich Weiterlesen

Schein oder nicht Schein…

… das war hier die Frage. Punkt 13 Uhr waren die Ergebnisse heute online, während ich mich noch in der Schule vergnügte. Dann kam ich nach Hause und saß vor dem PC wie die Schlange vor dem Kaninchen (oder umgekehrt). Jedenfalls hab ich mich nicht getraut, den elektronischen Brief zu öffnen. Wie kann man nur so aufgeregt sein? Weiterlesen

Die Frage im Heuhaufen

Warten. Während ich auf das Ergebnis der Statistikklausur und die “Eröffnung” der Lernumgebung für das Modul 2A warte, sausen scheinbar unendliche Gedanken durch meinen Kopf. Im nächsten Semester soll es inhaltlich um die qualitativen Forschungsmethoden gehen. Problem 1: Das Modul schließt mit einer Hausarbeit ab, Weiterlesen

Was machst Du…

… im neuen Semester? Keine Ahnung! Auf diese leichte Frage finde ich im Augenblick einfach keine Antwort. (Interessant an der Fragestellung ist übrigens die Wandlung in den letzten zwei Jahren von “Warum studierst Du?” hin zu “Was…”.) Eingeschrieben bin ich jedenfalls ab morgen in das Modul 2A (Qualitative Methoden). Dort geht es um das Weiterlesen

Vorläufiges Ergebnis

Genau drei Wochen nach jenem denkwürdigen 4. September 2012 wurden heute die vorläufigen Musterlösungen für den Statistik-Teil der Methodenklausur in Moodle veröffentlicht. Jetzt bin ich viel zu aufgeregt, um hier einen langen und sinnigen Artikel zu schreiben. Meine Eindrücke von der Klausur sind jedenfalls wieder vollständig da – Weiterlesen